Lama Ole Nydahl: »Nehmt ihr das Mikrofon weg!« – Kritisches Nachfragen nicht erwünscht

Babak Tubis, Vorsitzender des Kölner Kreisverbands der Piratenpartei, postete auf seinem Blog einen Beitrag von Karma Dechen Llamo, der über Eindrücke vom Osterkurs mit Lama Ole Nydahl in Kassel berichtet.

Am Gründonnerstag 2017 leuchtet von der Großleinwand der Gompa ein stark gephotoshoptes Bild in den Saal. Ole Nydahl trägt ein T-Shirt, auf dem steht »Freedom of Speech«, weiß auf blau. Lama Ole ist ein Verteidiger der Meinungsfreiheit. Bereits der Überblick zur Mahakala-Meditation verpflichtet alle Meditierenden »für die Freiheit der Rede einzustehen, immer und überall, denn damit beginnt alles«.

[…]

© Shenpen | Lama Ole Nydahl | (CC BY-SA 4.0)

Zum Eklat kommt es, als eine ältere Frau ans Saalmikrophon tritt. Sie dankt zunächst dem Lama für sein Engagement gegen Islamismus und Frauenbeschneidungen. Beide Themen seien wichtig. Und dann fängt sie an zu differenzieren. Aber sie wird gleich unterbrochen… Sie solle ihre Frage stellen, aber nicht den Lama belehren, wird sie ermahnt… Sie fragt, wie er seinen Ausspruch gemeint hat, dass alle Muslime, die da kämen, ungebildet seien, dass man Syrer eventuell schon ins Land lassen könne, Afghanen aber nicht. Der Lama geht darauf gar nicht ein, sondern macht die Frau lächerlich und als sie präzise und verbindlich zum dritten Mal ansetzt, ordnet er an:

»Nehmt ihr das Mikrophon weg.«

[…]

3.500 Leute haben beim Osterkurs in Kassel populistische Behauptungen an der Grenze zur Volksverhetzung schlucken und ihre sicherlich vorhandenen Störgefühle dazu wegmeditieren dürfen. […]

Die große Mehrheit dürfte bisher der Behauptung von Ole geglaubt haben, dass er unpolitisch sei. Aber das stimmt doch nicht. Praktisch in jedem seiner Vorträge bringt er seine Islamophobie unter und solidarisiert sich, und damit die Sangha, mit rechtspopulistischen Bewegungen.

Wozu führt das… Es gibt inzwischen Sanghas, da sind die Störgefühle so stark, dass einige Leute Wasser und Lebensmittel für den Kriegsfall bunkern, einen Waffenschein machen und schießen lernen… Dass da AfD Propaganda rumliegt, ist noch das kleinste Problem.

Der Beitrag von Karma Dechen Llamo kann hier nachgelesen werden:

Meine knappen Gedanken dazu sind:

All das verwundert mich nicht wirklich. Es ist einfach die Konsequenz verblendeten Denkens, das den Geistesgiften (Anhaftung, Hass, Ignoranz …) entspringt und dem – so muss der Beobachter schlussfolgern – zu wenig mit effektiver meditativer Praxis oder kritischer Reflexion / Introspektion begegnet wurde. Stattdessen wird das Ausleben und Ankurbeln der Geistesgifte via Missbrauch von Konzepten wie »Freiheit der Rede«, »Yogi«, »Verrückte Weisheit«, »Natur des Geistes« etc. als Tugend bzw. Qualität beflügelt.
Schaut man sich die Geschichte und Ansichten von Ole Nydahl an, ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Anführer von Pegida in Dänemark, Nicolai Sennels, Nydahls Schüler ist.¹

Sehr schade und als verpasste Chance empfinde ich es in diesem Zusammenhang, dass die Deutsche Buddhistische Union (DBU) – deren mitgliederstärkste Gruppe der Buddhistische Dachverband Diamantweg e.V. (BDD) von Ole Nydahl ist² – und die für sich den Anspruch erhebt, relevant an gesellschaftlichen Diskussionen teilnehmen sowie eine Körperschaft öffentlichen Rechts werden zu wollen – trotz mehrfacher Bitten von Mitgliedern / Buddhisten – sich nicht von den zynischen und menschenverachtenden Aussagen Ole Nydahls, die er in einem Interview mit der Nordhessen Rundschau im März 2016 äußerte, distanzierte und diese korrigierte.³
In jenem Interview behauptet Nydahl in Bezug auf die Terror-Anschläge in Brüssel und Paris, dass dies alles im »Koran drin« sei,

das alles, also man kriegt einen Befehl von ganz oben von irgendeinem Allah oder so was und dann verstärkt man sich dadrin Ungläubige zu töten … und am Ende … haben wir Paris und Brüssel.

In Bezug auf Menschen, die vor Krieg, Terror oder Folter aus islamischen Ländern nach Europa geflüchtet sind, ist Nydahl zudem der Ansicht, dass wenn Europäer den Koran gelesen und verstanden hätten,

hätt’ man vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt sogar. [lacht]

Traurig und beschämend empfinde ich zudem die Pervertierung des Buddhismus, die in diesem Post von Karma Dechen Llamo anklingt und die schon länger in den Lehren des »Diamantwegs« Nydahlscher Prägung mitschwingt. Mahakala, ein sog. Dharma-Schützer, hat nichts mit dem Konzept der »Freiheit der Rede« zu tun. Schon gar nicht steht Mahakala dafür, Redefreiheit (»Freedom of Speech«) zum Schüren von Geistesgiften wie Feinseligkeit, Wut, Hass oder Ignoranz zu missbrauchen. Als Dharma-Beschützer steht Mahakala für buddhistische Ethik und großes Mitgefühl. Die buddhistische Ethik umfasst die Rechte Rede und diese lautet: 1) nicht zu lügen, 2) keine Zwietracht säende Rede zu führen, 3) keine verletzende Rede zu führen und 4) kein leeres Geschwätz von sich zu geben.
Wenn im Buddhismus etwas als »denn damit beginnt alles« postuliert werden könnte, dann sind es Ethik (skt. shila; primär anderen nicht zu schaden) und (unparteiliches) Mitgefühl (skt. karuna; der Wunsch, ohne Ausnahme andere Lebewesen vor Leiden zu beschützen). Dies sind Qualitäten, die den Geistesgiften wie Hass, Begierde, Stolz und Ignoranz sowie deren Auswüchsen – z.B. Sektierertum – entgegenstehen:

So wie jede Ernte ohne Fehler
In Anhängigkeit der Erde wächst,
Genauso hängen die höchsten Tugenden von ethischer Disziplin ab,
Und wachsen, indem sie mit dem Wasser des Mitgefühls bewässert werden.
Tantra, das von Subahu erbeten wurde

Der Beitrag von Karma Dechen Llamo deutet an, dass Ole Nydahl an Demenz leiden könnte. Wenn dem so ist, wünsche ich Ole Nydahl von Herzen alles Gute und wohlwollende, liebevolle Unterstützung und positive Kraft, um mit den damit verbundenen Leiden gut umgehen zu können.

Mehr Kritisches zu Ole Nydahl in Deutsch
Kritik zu Ole Nydahl in Englisch
Ole Nydahl’s views on Islam – in Nydahl’s own words:
Updates Juli/August 2017
Update Oktober 2017

¹ Wurde von verlässlicher journalistischer Quelle bestätigt.

Dass sich Mitglieder des BDD gegen Flüchtlingsunterkünfte engagieren oder in der AfD nimmt dann auch nicht weiter wunder. Angesprochen auf ihren Kampf gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg, erwiderte eine Ole Nydahl Schülerin, dass Ole Nydahl sie beauftragt habe, gegen diese Flüchtlingsunterkunft vorzugehen. [aus verlässlicher journalistischer Quelle]

Weiterhin wird behauptet, dass ein Mitglied des Braunschweiger Zentrums auch in der dortigen AfD aktiv sein soll, Gunnar Scherf, von Beruf Systemanalytiker: https://fraktion.afd-braunschweig.de/fraktion.

Auch sollen sich Gruppenmitglieder der Buddhistische Gruppe Hamburg Klein-Borstel gegen die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften engagiert haben. (Siehe auch: Eine Unterkunft – drei Initiativen – Hamburger Wochenblatt / Volksinitiative: 26.000 Unterschriften in einer Woche – Hamburger Abendblatt / Wir verlieren das Vertrauen in die Politik – Hamburger Abendblatt)

Von einem Zuhörer eines Ole Nydahl Vortrages wurde berichtet, dass Ole Nydahl seine Schüler aufgefordert habe, nicht bei Türken einzukaufen.

Am 23. März 2016 empfahl Ole Nydahl beim Deutschlandtreffen im Kasseler Messezentrum seinen ZuhörerInnen, die Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu wählen. (Quelle: Peter Riedl + Eigenrecherche)

² REMID: »Buddhistischer Dachverband Diamantweg e.V (BDD): 5.500 [Mitglieder].
2015 / REMID. Karma Kagyü Linie. Mitgliederstärkste Vereinigung in der DBU. Vorige Angabe: 6.000 (2012).«

³ Das ist aber vielleicht auch wieder nicht so verwunderlich.
Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der DBU im April wurde wieder Sören Hechler (100% Nydahl) vom BDD in den Rat der DBU gewählt. Zum Vorsitzenden (Sprecher des Rates) wurde wieder Gunnar Gantzhorn gewählt, der 1986 buddhistische Zuflucht bei Lama Ole Nydahl genommen und eine Verbindung zu S.E. Jamgon Kongtrul (Bodhipath) und Karmapa Thaye Dorje haben soll. Hier muss man allerdings differenzierend anmerken, dass laut DBU Website, Gunnar Gantzhorn nunmehr Lehrer unterschiedlicher Traditionen hat. Eine weitere Quelle sagt, dass er derzeit der Drukpa Kagyu Linie folgt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden (Sprecher) wurde wieder Martin Hage gewählt, der auch bei Lama Ole Nydahl begonnen haben soll und derzeit Delegierter des Dharmazentrum Möhra (Karma Schedrub Tschöpel Ling/ Karmapa Thaye Dorje und Sharmapa) ist und der monastischen Linie Gendün Rinpoches folgt.

Jan Weber, Geschäftsführer der Diamantweg-Siftung – laut Weber die „größte buddhistische Stiftung Deutschlands“ –, stellt die Größe und Bedeutung des BDD innerhalb der DBU in einer juristischen Schrift wie folgt dar: „Innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union e.V., des Dachverbandes der deutschen Buddhisten aller Schulrichtungen, stellt der BDD e.V. … über die Hälfte der Mitglieder.“*

Die Satzung der DBU sieht auch vor, dass möglichst alle Entscheidungen im Rat im Konsens, d.h. einstimmig, beschlossen werden sollten:
§ 4 Rat und Vorstand. Abs. 3:

Der Rat regelt seine Arbeitsweise selbst und kann sich dazu eine Geschäftsordnung geben. Er ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist. Alle Abstimmungen erfolgen mit einfacher Mehrheit. Es sollte jedoch ein Konsens angestrebt werden. – DBU Satzung (PDF)

In Bezug auf Distanzierung oder gar Korrekturen oder Kritik gegenüber Ole Nydahl sind das sicher keine optimalen Startvoraussetzungen.

Nachtrag zu Fußnote 3 | 6.5.2017: Der Begriff »Harmonie« ist bei einigen buddhistischen Organisationen ein Hebel geworden, sachlich richtige und notwendige Kritik zu unterdrücken. So rief mich vor ca. 2 Jahren der damalige Vorstand des Buddhistischen Dachverband Diamantweg e.V. an und beschwerte sich über zwei in Englisch erschienene Artikel zu Ole Nydahl und Shamar Rinpoche – letzterer von einem Tibetologen und Religionswissenschaftler. Auf meine Frage, ob sachlich irgendetwas in den Artikeln nicht korrekt sei, ging er nicht ein, sondern meinte, die Harmonie unter uns Buddhisten und in der DBU sei doch sehr wesentlich und der würde ich mit meinen Beiträgen zuwiderhandeln. Dann drohte er mir: man müsse überlegen, ob ich unter diesen Umständen überhaupt als »Lehrer der DBU« (innerhalb des DBU Studienprogrammes) weiter unterrichten dürfe. Grundprinzip ist also: Unsachliches bis hetzerisches Herziehen über andere – z.B. »den« Islam, Muslime – im Namen der »Redefreiheit« ist angemessen, aber sachlich richtige Kritik gegenüber Ole Nydahl und seinen Verbündeten sollte im Namen der »Harmonie« nicht geäußert werden.

letzte Änderung: 09. Oktober 2017

* Diese Behauptung Jan Webers, „Innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union e.V., des Dachverbandes der deutschen Buddhisten aller Schulrichtungen, stellt der BDD e.V. … über die Hälfte der Mitglieder“, ist so nicht richtig. Die Deutsche Buddhistische Union e.V. – Buddhistische Religionsgemeinschaft, so ihr vollständiger Name, ist ein buddhistischer Dachverband mit insgesamt ca. 6.350 Mitgliedern (natürliche Personen), die sich aufteilen auf 2350 Einzelmitglieder und 4000 assoziierten Mitglieder, und derzeit 63 buddhistischen Mitgliedsgemeinschaften (Organisationen). Von den 63 buddhistischen Gemeinschaften hat der Buddhistische Dachverband Diamant (BDD), die meisten Einzelmitglieder, laut Angaben des BDD 5.500 im April 2017. (siehe: Zahlen zum Buddhismus in Deutschland)
In der Geschichte der DBU gab es bereits zweimal eine Debatte darüber, Ole Nydahls Diamantweg aus der DBU auszuschließen.

Lama Ole Nydahl: »Nehmt ihr das Mikrofon weg!« – Kritisches Nachfragen nicht erwünscht
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18 Gedanken zu „Lama Ole Nydahl: »Nehmt ihr das Mikrofon weg!« – Kritisches Nachfragen nicht erwünscht

  • 22. Mai 2017 um 12:27
    Permalink

    Merkwürdig: Da wird auf diesen Seiten wiederholt und ausdrücklich dazu angeraten, Nichts einfach so zu glauben und Informationen kritisch zu überprüfen, bevor man sie annimmt. Und dann dieser tendenziöse Beitrag, der einzig auf dem sehr subjektivem, langatmigem Bericht einer Frau beruht, aus dem man persönlichen Probleme und überzogenen Erwartungen an den Lehrer deutlich herauslesen kann. Ihre persönliche Abneigung gegen Lama Ole Nydahl ist ihre eigene Entscheidung und ihr gutes Recht. Dabei wird sie allerdings sehr verunglimpfend und stellt einiges anders dar, als ich es als Zuhörer erlebt habe.

    Beispiel: Den Vorfall mit „nehmt ihr das Mikro weg“. Er wird sehr verdreht widergegeben. Die besagte Fragestellerin redete wirr, fand weder Punkt noch Komma, und als nach einigen Minuten die ersten Ungeduldsbekundungen aus der Zuhörerschaft kamen („Was ist denn nun deine Frage?“ und bald darauf „Aufhören!“) fing sie wieder von vorne an. Da hätte auch fast jeder andere ihr das Wort entzogen. Lama Ole Nydahl sagte dennoch anschließend etwas zu ihrer „Frage“.

    Auch andere Zitate, die hier aufgeführt werden, stimmen so nicht oder nur teilweise bzw. (sorry wg. Standardfloskel) sind aus dem Zusammenhang gerissen. Dass auf dem Kurs vermehrt Fragen zu Islam, Terrorgefahr, Sicherheit, Integration, Frauenrechte etc. kamen: Das muss niemandem gefallen, entspricht aber leider dem Zeitgeist. Man zähle nur, wie viele Talkshows auf ARD und ZDF sich in den letzten zwei Jahren mit diesen Themen befasst haben.

    Journalisten pflegen nur Meldungen herauszugeben, wenn sie dafür übereinstimmende Informationen aus mindestens zwei voneinander unbahängige Quellen vorliegen haben. Wenn es widersprüchliche Informationen zu geben scheint, muss eben recherchiert werden. „Commentaries are free, but facts are sacred“, lautet der dazugehörige Grundsatz – den ich durchaus in Übereinstimmung mit dem Kalama-Sutra sehe.

    Daran hat sich Tenzin Pejor, in seinem Pauschalverriss nicht gehalten. Auf Teufel-komm-raus werden politisch rechtspopulistische bis rechtsextreme Umstriebe konstruiert. Dabei wird auf einzelne(!), nicht enthüllte Quellen verwiesen. Wie „glaubwürdig“ diese sind: Das soll der Leser nicht nachvollziehen. Die Spekulation, Lama Ole Nydahl könnte dement sein, ist ehrverletzend. Der Bericht der anonymen Autorin bietet dafür keine Belege. Dass sie meint, er habe im Laufe seines mehrtägigen Vortragsprogrammes an mehr als nur einer Stelle „den Faden verloren“, reicht dafür keineswegs aus.

    Insgesamt finde ich es merkwürdig, dass der Autor dieser Seiten die Grundsätze des Kalama-Sutras hier so demonstrativ hochhält, es aber selber damit nicht so genau nimmt. Wenn man Gründe für eine Abneigung gegen einen bekannten Lehrer dokumentieren will, muss man dem Rezipienten die Möglichkeit geben, diese nachzuvollziehen und zu einer eigenen Bewertung zu kommen. Wenn er mit dem Abwägen von Für und Wider solche Probleme hat: Dann sollte man einen solchen Artikel so nicht schreiben.

    Antworten
    • 22. Mai 2017 um 17:56
      Permalink

      Hi Historix108, ich habe eben die Sache noch einmal geprüft und stelle hier eine leicht korrigierte Antwort zur Verfügung. HTH


      Ich glaube Sie übersehen, mehrere Dinge. Knapp, 1) es gibt einen zweiten unabhängigen Zeugen, 2) die Frau beschreibt letztlich nichts was im Widerspruch zu anderen Berichten zu diesen Themen steht.

      Es gab daher (und gibt) wenig Grund für mich das anzuzweifeln. Wobei, ich bin offen für gute Gegendarstellungen, gute Belege oder gute Begründungen.

      Danke, dass Sie Ihr eigenes Erleben der Situation hier einbringen!

      Interessant für mich ist nun: die Verfasserin des Posts, Karma Dechen Llamo, beschreibt die anonyme Fragestellerin – die ja sehr geschickt vorgeht, indem sie erst mal Oles vordergründige Absicht, Frauen schützen zu wollen, lobt – als differenziert (für Differenzierung braucht man eine gewisse geistige Klarheit); Sie dagegen beschreiben die anonyme Fragestellerin als verwirrt („redete wirr, fand weder Punkt noch Komma“).

      Was Ihrer Beschreibung auch zu entnehmen ist, ist eine Zunahme an Ungeduld der Zuhörerschaft, d.h. der Blick einiger Anwesender Ole Nydahl Schüler auf das Erlebte wird offensichtlich durch Anbneigung, Feindseligkeit oder Wut getrübt oder verengt. Die Frage, die sich mir stellt ist, wessen Wahrnehmung ist verlässlicher?

      Karma Dechen Llamo beschreibt und erlebte die Fragestellerin als differenziert nachhakend (was eine Projektion oder Wunschdenken aber auch eine korrekte Wahrnehmung sein kann – oder irgendwas dazwischen).
      Sie beschreiben und erlebten die Fragestellerin als „verwirrt“.
      Was macht Ihre Aussage wahrhaftiger, realitätsnäher und warum sollte ich Ihnen glauben? Die Bewertung „verwirrt“ könnte ja auch eine Projektion der eigenen Verwirrung sein, die durch Anbneigung, Feindseligkeit oder Wut (bzw. durch Anhaftung an den Lama und übermäßige Identifikation mit ihm) entstanden ist. Ausschließen können wir das nicht.

      Ich stimme vollkommen zu – auch wenn ich kein Journalist bin:

      Journalisten pflegen nur Meldungen herauszugeben, wenn sie dafür übereinstimmende Informationen aus mindestens zwei voneinander unbahängige Quellen vorliegen haben. Wenn es widersprüchliche Informationen zu geben scheint, muss eben recherchiert werden. „Commentaries are free, but facts are sacred“, lautet der dazugehörige Grundsatz – den ich durchaus in Übereinstimmung mit dem Kalama-Sutra sehe.

      Wenn Sie den Eintrag von Blogger Babak Tubis, Vorsitzender des Kölner Kreisverbands der Piratenpartei, sorgfältig lesen, können Sie erkennen, dass er in der Einleitung schreibt „Ich möchte hier einem langjährigen Mitglied der Sangha das Wort überlassen. Denn nach meinen Erfahrungen in Kassel habe ich mich entschlossen nie Teil dieser Sangha zu werden!“ Er ist also selbst diese zweite Quelle. Sie sind die dritte Quelle. 2:1 sozusagen.
      Trotzdem, ich werde gleich mal die Person, die mich auf den Beitrag aufmerksam machte, als auch Babak Tubis kontaktieren um Näheres zu erfahren.

      Um der Sache auf faktischer Ebene noch näher zu kommen (wie gesagt, bisher mit Ihrer Wortmeldung 2:1 vorher 2:0), müssten wir einen Aufzeichnung des Ereignisses haben (wie auch des Ereignisses wo Nydahl zur Wahl der AfD geraten haben soll und gesagt haben soll Frau Merkel wolle ja alle die aufnehmen, die sonst keiner haben möchte. Und alle Menschen, die aus den Ländern mit islamischer Kultur stammen, seien ungebildet, schlügen ihre Frauen und vergingen sich an den deutschen Frauen – auch das wurde von anonymen Forenteilnehmern (ich vermute Nydahl-Schülern) abgestritten.)

      Dem Diamantweg steht es ja frei – und das ist herzlich willkommen! – zur Aufklärung beizutragen und die entsprechenden Vorträge zugänglich zu machen. Neben Babak Tubis und Karma Dechen Llamo als Zeugen des Ereignisses, gibt es zusätzlich genügend Indizien und eine ziemlich konsistente Geschichte um Ole Nydahl, die mehr für als gegen diese Darstellungen sprechen. Deshalb habe ich auch keine Scheu, diesen Bericht hier zu zitieren und ein paar Gedanken hinzuzufügen sowie weitere Links, die das was ich behaupte stützen sollen (immerhin 17 Links).

      Ihre Erfahrung und Beobachtung – die eines Anhängers vermute ich – den Aussagen kritischer Beobachter gegenüberzustellen, um berechtigte oder unberechtigte Zweifel zu erzeugen, ist dann legitim, wenn Sie überzeugt sind, dass das wirklich anders war als beschrieben. In einem solchen Fall ist es nur zu begrüßen, wenn jemand widerspricht. Niemandem ist mit falschen Anschuldigungen oder Darstellungen geholfen. Ein Problem ist dann aber immer noch, dass Dinge sehr unterschiedlich wahrgenommen werden können und man ggf. zur Wahrheitsfindung noch weitere Quellen oder schlussfolgernde Logik und Kontext heranziehen muss.

      Karma Dechen Llamo hat scheinbar eine Wertschätzung für Differenzierung und für kritische Recherchen, wie ihr Blogeintrag zeigt, denn sie ist ja nach dem Vortrag von Nydahl dem Thema „Beschneidung von Frauen“ näher auf den Grund gegangen – und zwar differenziert – was auch für mich sehr hilfreich und informativ war. Sie ist also zu Differenzierung fähig und deshalb schlussfolgere ich, hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Fähigkeit bzw. Qualität, die Fähigkeit zur Differenzierung in anderen Menschen – wie der Fragestellerin – zu erkennen.
      Differenzierung ist aber weder eine Fähigkeit bzw. Qualität von Ole Nydahl noch, wie es scheint, des Gros seiner Anhänger. Von daher wundert es mich nicht, dass es hier zu scheinbar widersprüchlichen Wahrnehmungen kommen kann. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen sind für mich nachvollziehbar.

      Was Karma Dechen Llamo beschreibt passt zudem zu eigenen Beobachtungen sowie den Berichten und Beobachtungen anderer, es fällt also nicht wirklich aus dem Rahmen. Es passt auch, dass (mutmaßlich) Ole Nydahl Schüler dann in Foren auftauchen und die Kritik oder das Berichtete wegreden wollen – notfalls auch mit einer absurden Stellungnahme Ole Nydahls wie bei der Nordhessenrundschau:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      zu meinem Interview für die Nordhessenrundschau, veröffentlicht auf
      Nordhessemundschaude und youtube.de am 28./29.03.2016 anlässlich
      eines Meditationskurses in Kassel, möchte ich klarstellen, dass ich keines-
      wegs so verstanden werden möchte, als würde ich nicht Menschen aus
      Lebensgefahr retten oder sie gar ertrinken lassen wollen.
      Ich habe selbst Rückfragen hierzu erhalten. Ich bin Däne und bin hier mit
      meinem Deutsch anscheinend missverstanden worden. Ich möchte Sie
      bitten, meine Klarstellung weiterzuleiten, falls Sie ebenfalls Anfragen hierzu
      erhalten.

      Vielen Dank und mit herzlichen Grüßen,
      Lama Ole

      Wenn wir weiter kommen wollen schlage ich vor, eine Aufzeichnung des Ereignisses zur Verfügung zu stellen, dann können wir uns das in Ruhe ansehen und sachlich diskutieren. Aus meiner Sicht spricht bisher nichts wirklich gegen die Darstellung und mich treibt auch nicht „Abneigung gegen einen bekannten Lehrer“ an, wie Sie mir falsch unterstellen. Ihre These (oder Behauptung) „politisch rechtspopulistische bis rechtsextreme Umtriebe [werden] konstruiert“ weise ich zurück. Der Vorwurf entbehrt mE jeder Grundlage und Sie haben für diese Behauptung auch keine nachvollziehbare Begründung angegeben. Auch Ihre Angriffe auf den Charakter der Verfasserin des Blogeintrags „sehr subjektiver, langatmiger Bericht einer Frau“ mit „persönlichen Problemen und überzogenen Erwartungen“, sie leide an „persönliche(r) Abneigung gegen Lama Ole Nydahl“ und – ohne, dass Sie das belegen können – sie sei „sehr verunglimpfend“ … sprechen nicht gerade für Ihre Unparteilichkeit und Objektivität 😉

      Antworten
    • 23. Mai 2017 um 00:11
      Permalink

      Auch ich war beim Osterkurs in Kassel. Über den Blogbeitrag von Karma Dechen Llamo mag sich jeder ein eigenes Urteil bilden. Dass sie aber jede Information mit Links zu einwandfreien Quellen belegt, ist ein Zeichen von Objektivität, Informiertheit und Seriosität.  Ja, es ist nachvollziehbar ein Problem, wie Ole seine Stellung als Lama ausnutzt um seine Schüler mit Verschwörungstheorien des rechten Rands zu indoktrinieren.

      Eine Videoaufzeichnung der Passagen zu Marine Le Pen liegt mir vor. Nydahl ist wörtlich zitiert worden, auch mit einer längeren Passage. Nein, das war nicht aus dem Zusammenhang gerissen. 

      Vor der Veröffentlichung wurde der Beitrag der Karma Dechen Llamo von 3 Personen, die auch bei dem „Seminar“ anwesend gewesen waren, Korrektur gelesen und auf Richtigkeit und Fairness geprüft. Und zwar von dem Blogbetreiber und einem weiteren Mitglied der Kölner Sangha und von mir.

      Was sagt der Artikel nochmal? Wer Oles Islamophobie hinterfragt, wird attackiert und lächerlich gemacht. Wie die Frau am Saal-Mikrophon: Sie bat um Differenzierung und kam zügig auf den Punkt. Während sie sprach, hielt sie ein MacBook in der Hand, von dem sie Stichworte ablas. Sie war gut vorbereitet, höflich und eloquent. Ziemlich das Gegenteil von dem, was Historix behauptet.

      Was bedeutet das gerade? Historix bestätigt den Blogbeitrag: Wer Ole hinterfragt, muss sich in Acht nehmen. Nur geht es jetzt schon eine Stufe weiter. Es ist mit unfairen Beschuldigungen, persönlichen Unterstellungen und Angriffen ad hominem zu rechnen. So gehen Sekten mit Aussteigern um, immer schon. Sie versuchen, sie mit allen Mitteln mundtot zu machen.

      Aus Ole und seiner Lehre ist am Ende das geworden, was sie nie sein sollte…. wie traurig!

      Antworten
      • 23. Mai 2017 um 01:15
        Permalink

        Danke für den Kommentar. Bei Herrn Bubis Blog tauchten 2 erwähnenswerte Kommentare auf:

        Felix
        Danke für diesen Artikel! Ich habe selbst eine ähnliche Erfahrung mit Ole auf dem Sommerkurs 2016 gemacht. Nachdem ich bei einer Zettel-Fragerunde an Ole, bei der es ebenfalls nach kürzester Zeit um seine politische Meinung und nicht um buddhistische Belehrungen nach einer etwas seltsamen Aussage seinerseits nachfragte, ob man nicht gerade Muslime, die in diese Religion hineingeboren werden, um Ihr Leben fürchten und gerade auf der Flucht sind vor dem radikalen Islam, sollte man nicht gerade diesen Mitgefühl entgegen bringen?
        Diese Nachfrage bezeichnete er „als die dümmste Frage, die er je gehört hätte“. Daraufhin kam die Frage auf dem nächsten Zettel: „Sollen wir die AfD wählen?“ – „Natürlich!“
        Im weiteren Verlauf ließ sich Ole dann auch nicht nehmen, noch Donald Trump zu bewundern, bevor ich das Zelt verließ. Dies hat nun wirklich nichts mehr mit Buddhismus zu tun. Das Schlimme ist jedoch, dass etwa 1000 Leute dort sitzen blieben und diese undifferenzierten und mehr als fragwürdigen Aussagen möglicherweise als weise Belehrungen eines Lamas einordnen. Der Diamantweg wird so zur Politveranstaltung sämtlicher rechtspopulistischer Parteien. JedeR einzelne sollte sich gut überlegen, ob man a) dort mitmachen und b) das weiter zulassen möchte…

        Franz-Johannes Litsch
        Sehr erfreulich, wenn sich unter den Schülern von Ole endlich vermehrt solche Stimmen äussern. Ich darf dabei aber nur daran erinnern, dass das alles absolut nichts Neues ist. Schon Anfang der 80er Jahre, als auch ich noch Ole-Fan und mit ihm in Rumtek und Kathmandu war, hat Ole genau dieselbe antislamische, antichristliche und antiafrikanische Hetze betrieben (Originalton: „Alle mit schlechtem Karma werden in Afrika wiedergeboren“!!!).

        Ende der 90er Jahre gab es in der Deutschen Buddhistischen Union eine lange hitzige Debatte darüber, ob es nicht endlich an der Zeit ist, Ole und den BDD wegen der dort verbreiteten rassistischen Hetze und militaristischen Gesinnung aus der DBU auszuschliessen. Ole hat dann Besserung versprochen aber nichts davon ist geschehen. Für mich ist es darum schon seit 35 Jahren völlig unbegreiflich, wie man diesen rechtsradikal-politischen Demagogen als „erleuchtet“, „Lama“ und „Meditationsobjekt“ ansehen kann, es sei denn, man wirft alle buddhistische Ethik, einschließlich Mitgefühl (karuna) und Gewaltfreiheit (ahimsa) über Bord. Ein solcher Buddhismus ist aber kein bisschen besser als die Religion, gegen die er hetzt.

        Das sind ja nur 2 von vielen Beispielen die belegen, dass das was Ole Nydahl da vorgeworfen wurde im Rahmen seiner Historie gar nicht „aus dem Rahmen fällt.“ Interessant auch immer wieder die Versuche von Leugnung, Verdrehung oder Manipulation hingebungsvoller Schüler zu beobachten.

        Antworten
    • 23. Juni 2017 um 21:56
      Permalink

      Nachtrag: Herr Babak Tubis hat bestätigt, dass er – wie die Autorin des Postes – auf der Veranstaltung war. Er ist also der 2. Zeuge und er bestätigt was die Autorin beschreibt.

      Antworten
  • 24. Mai 2017 um 13:06
    Permalink

    Danke für diesen Artikel!!

    Als ehemaliger Schüler von Ole Nydahl kann ich aus eigener Erfahrung bei den von mir besuchten Kursen und in meiner Zeit in einem Diamantwegs-Zentrum Nydahlscher Prägung nur sagen, dass sich diese Aussagen des „Lama“ wie ein roter Faden durch alle Vorträge und Fragerunden ziehen.

    Insofern kann ich dem zitierten Kommentar Franz-Johannes Litschs nur beipflichten:

    All dies ist absolut nicht Neu und seit Jahrzehnten bekannt. Wenn sich nun einmal kritische Stimmen direkt aus dem Kreis der Schüler Nydahls äußern, ist das wirklich als sehr erfreulich zu bezeichnen.

    Es bleibt aber zu vermuten, dass solche Stimmen in der Minderheit bleiben werden, zumal innerhalb der Diamantwegs-Zentren von Nydahl bei der Mehrheit seiner Schüler/innen wenig Interesse an einer kritischen Reflexion des Verhaltens ihres Lehrers bestehen dürfte.

    Denn seine vereinfachenden, holzschnittartigen Ausführungen zu anderen Religionen und Kulturkreisen werden nicht nur akzeptiert, sondern dienen auch zur Bestätigung und Verstärkung eigener Vorurteile und Ängste.

    Getreu dem Motto „Endlich sagt das mal einer“ wird alles, was jedem sauer aufstoßen sollte, unter Aussagen wie „Lama Ole bricht eben Konzepte“ abgehandelt.

    Zu welchen Ergebnissen das führt, konnte dann Anhand von Posts in den Sozialen Medien und Mails im sangha-internen Mailverteiler bestaunt werden.

    Da wurden in regelmäßiger Folge Links und Videos von zum Teil mehr als fragwürdigen Quellen ( u.a. der rechtsextremen EDL – English Defence League) zum Thema „Islamisierung Europas“ auf facebook völlig unreflektiert gepostet oder per Mail weitergeleitet.

    Unvergessen bleibt mir eine Aussage Nydahls auf einem Kurs, wonach die Medien in Europa die Problematik ignorieren würden, weil dies unerwünscht sei; er ließ in diesem Zusammenhang eigentlich nur die von ihm heiß verehrte „International New York Times“ (damals noch International Herald Tribune – IHT) gelten (?). Man sah dann vermehrt Leute mit der IHT durch die Gegend rennen…

    Der Popanz des linksliberalen Gutmenschen, der die Freiheit unserer Gesellschaft leichtfertig aufs Spiel setze, wurde selbstredend auch über das Podium gezerrt und vom Auditorium dankbar beklatscht.

    All dies wurde in den buddhistischen Kontext des Bodhisattvas, des Kalachakra-Tantras und Nydahls Funktion als „Dharma-Schützer“ eingeordnet, somit legitimiert und damit per se einer kritischen Hinterfragung entzogen.

    Man kann dann eine Weile mit sich hadern (sind das meine „Störgefühle“) und versuchen, diese Dinge auszublenden – letztlich ist das alles aber mit buddhistischer Ethik nicht zu vereinbaren.

    Antworten
    • 24. Mai 2017 um 15:13
      Permalink

      Danke, ein sehr wertvoller Beitrag finde ich.

      In der Tat melden sich viel zu wenige Nydahl Schüler kritisch zu Wort, umso wertvoller, dass Karma Dechen Llamo, Felix, Du und auch Franz Johannes dies getan haben.

      Vielen Dank!

      Antworten
      • 24. Mai 2017 um 19:33
        Permalink

        Sehr gerne!

        Ich sollte allerdings der Fairness wegen ergänzen, dass es innerhalb des Zirkels des Diamantwegs von Ole Nydahl schon aufgrund der dort aufgebauten Struktur recht schwierig ist, dauerhaft einen aktiv-kritisch Standpunkt gegenüber Oles Aussagen und Standpunkte einzunehmen.

        Denn die Hoheit über das Narrativ des „Heiligen“ Lama Ole Nydahl, hat Ole selbst fest in der Hand und seine langjährigen Begleiter, die dieses Narrativ ganz gezielt im Sinne einer Fortsetzung der Kagyü-Linie tradieren.

        Insbesondere das Narrativ des „Dharma-Schützers“ Nydahl ist dabei ein sehr starkes Moment und wird noch wirkmächtiger in Verbindung mit dem des „Divine-Madman“- Drukpa Kunley, in dessen Nähe, Ole oftmals von Schülern oder Lehrern in den Zentren gerückt wird.

        Die von Ole im Zusammenhang mit seinen kontroversen Standpunkten gerne gemachte Aussage, dass man zwischen dem buddhistischen Lehrer Nydahl und seinen politischen Äußerungen auch als Schüler unterscheiden könne und dürfe, sind m.E. vor diesem Hintergrund ein schlichter Selbstbetrug.

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        • 25. Mai 2017 um 00:08
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          Insbesondere das Narrativ des „Dharma-Schützers“ Nydahl ist dabei ein sehr starkes Moment und wird noch wirkmächtiger in Verbindung mit dem des „Divine-Madman“- Drukpa Kunley, in dessen Nähe, Ole oftmals von Schülern oder Lehrern in den Zentren gerückt wird.

          Oh Buddha. Buddhistische Zusammenhänge, wie Dharmaschützer, verrückte Weisheit, Yogi, Vajrayana-Guru als Rechtfertigung zum Ausleben der Geistesgifte … Offensichtlich ist das die „Diamantweg“-Methode, die entstandene kognitive Dissonanz mit Pseudo-Dharma „aufzulösen“ …

          Ja es macht keinen Sinn so eine Unterscheidung, finde ich. Entweder Du bist ein buddhistischer Lehrer, der ernsthaft daran arbeitet + Erfahrungen sowie eine gewisse Freiheit erlangte die Kleshas (Geistesgifte) zu überwinden oder Du bist es nicht. Wenn Du aber diesen Schwerpunkt innerer geistiger Praxis gesetzt hast, dann gibt es kein Feld wo Du nicht Geistesgifte angehen würde würdest oder auf der Hut wärest, sie zu schüren (bei Dir selbst nicht und aus Mitgefühl schon gar nicht bei anderen!) – egal ob man politisch aktiv ist oder nicht. Das Denken und die Klarheit über die Ursachen der Leiden würde alle Aspekte des Schaffens durchdringen – selbst wo es das noch nicht durchdringt, wäre man aber zumindest offen, diese Schwachpunkte zu sehen, anzuerkennen oder etwas gegen die eigenen Schattenseiten und Unzulänglichkeiten zu tun.

          Ja, Selbstbetrug. Eigentlich auch eine gute Beschreibung für doppelte Moral. Wenn man sich den Dalai Lama als Gegenentwurf ansieht: da sind keine Geistesgifte gegenüber Chinesen, Muslimen, anderen Religionen … oder gegenüber Fehlentwicklungen. Er spricht die Dinge an – auch die kranken, unangenehmen Dinge – aber er spricht und denkt nicht auf der Basis von Aversion, Hass oder Feindseligkeit und deshalb entstehen diese Geistesgifte auch nicht in Dir als Zuhörer… Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

          Um es mal ganz nüchtern zu sagen. Die am meisten vorbereiteten und missionarisch aktivsten westlich buddhistischen Gruppen sind zugleich die fragwürdigsten oder kontroversesten. Es sieht auf der Ebene nicht so gut aus für den „Buddhismus im Westen“ – zumindest wenn man die Quantität betrachtet. Wäre Ole ein Dharmabeschützer, müsste er sich wohl selbst abschaffen 😉

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  • 29. Mai 2017 um 16:41
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    Ganz ehrlich ? Ein gewisse Voreingenommenheit gibt es hier aber auch…Ole das Favoriten Hassobjekt! Das mit dem ignorieren geb ich gern zurück!Und schaut euch doch mal an, wer den Blog geschrieben hat! So kurz vor den Wahlen in NRW. Eine Piratenpartei-Bonze auf dem sinkenden Parteischiff! Zum Glück haben die nur 1% bekommen. den Plan Wählerstimmen aufkosten anderer abzufischen, ging nicht auf. Sich als Moralapostel hinzustellen war wohl der Plan. Na ja, es fallen ja immer noch Leute darauf rein.

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    • 29. Mai 2017 um 17:39
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      Es ist eigentlich typisch für sogenannte „Sekten“*, dass Kritiker aus niederer Motivation handeln müssen – es kann ja gar nicht anders sein, denn man selbst ist ja so überlegen richtig und die anderen so falsch. Bei Narzissten ist das ähnlich, Kritiker werden da gerne als neidisch auf den eigenen Erfolg dargestellt. Mit diesen Kritiker-Attacken kommt man allerdings nicht inhaltlich weiter. Es entsteht keine ernsthafte und aufrichtige Diskussion. Klassisches ad hominem oder „if you have no argument, slander your opponent“.

      Du scheinst nicht wahrgenommen zu haben, dass eine Frau – offensichtlich eine Nydahl Schülerin – den Artikel schrieb und Herr Bubis einfach nur seinen Blog zur Verfügung stellte, weil es ihm wohl am Herzen lag – offensichtlich (so muss man der Einleitung des Postes entnehmen) war er auch dort und ähnlich entsetzt.

      Wer auf wen rein fällt, das ist hier die große Frage 😉
      Nichts für ungut. Alles Gute!

      * Wobei ich persönlich Nydahl’s Gruppe nicht als Sekte bezeichnen würde. Es fehlen einige wichtige Merkmale wie, dass es sehr schwer ist auszusteigen. Aber ’n paar Tendenzen gibts da schon…

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    • 31. Mai 2017 um 10:58
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      Ganz ehrlich?
      Drugpa Künleg, Du willst verleumden.
      Da schreibt eine Nydahl-Schülerin, schon über 20 Jahre dabei.
      Der Blog läuft eben nicht über Parteikanäle, sondern jemand stellt sein privates Blog zur Verfügung.
      Dieser Jemand ist ein Ehrenamtler.
      Die Piraten haben ein paar Buchhalter, aber sonst keine, wirklich gar keine, bezahlten Kräfte.
      Den Jemand kannst du also als Gutmensch oder gar als gewählten Hobbyweltverbesserer beschimpfen, aber ihn Bonze zu nennen, zeugt davon, dass Du einfach völlig ahnungslos bist.
      Das passt leider zu dem, was Nydahl an Verschwörungstheorien verbreitet. Jeder Lama kriegt die Jünger, die er verdient…

      Wenn das Ganze über die politische Ebene sausen würde, hieße es schnell „kein Raum für Nazis“ und die Antifa wäre auf dem Plan. Dann kann sich Nydahl darauf gefasst machen, dass er
      1) keine Räume mehr in städtischen Einrichtungen bekommt und zwar in ganz Deutschland nicht, und
      2) dass vor seinen dann teuren privaten Vortragsräumen die Gegendemonstrationen abgehen.

      Da Du es vermutlich nicht weißt: Die Nazis von heute erkennt man daran, dass sie gegen den Islam hetzen.
      Darum standen gerade 50.000 Gegendemonstranten in Köln vorm Maritim, als die AfD da Parteitag hatte. Wobei die AfD weit harmloseren Unfug verbreitet als Nydahl.

      Soweit zum Thema Politik…. Also überleg Dir lieber genau, welche Geister Du hier auf den Plan rufen könntest.

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      • 31. Mai 2017 um 12:03
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        Drugpa Künleg muss ein Yogi mit verrückter Weisheit sein – das sagt ja schon sein Name 😉

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  • 7. Oktober 2017 um 11:31
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    Ziemlich unsachlicher Unsinn, wo alles mit allem verwechselt und ein buddhistischer Lehrer verleumderisch dargestellt wird wird.
    Vielleicht ist dem Autor, wenn er Buddhist sein will, nicht klar, das so etwas eine nichtheilsame Handlung der Rede darstellt, und im diesem Fall, wo ein buddistischer Lehrer betroffen ist, ist es ein besonderes Vergehen, denn „die schwerwiegendste aller Arten von Verleumdung ist, die edle Gemeinschaft durch üble Nachrede zu entzweien“ (Gampopa (1079 – 1153), Der kostbare Schmuck der Befreiung, 82).
    Vielleicht hinterfragt der Autor auch seine stereotypen Anschauungen und erlaubt sich, ergebnisoffen nach Wahrheit zu suchen, statt auf andere zu zeigen und sie zu verurteilen. Vielleicht ist die Wirklichkeit ganz anders? Vielleicht hat er nicht „recht“?
    Om Ma Ni Pe Me Hung

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    • 7. Oktober 2017 um 13:03
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      Lieber Matthias,
      deine einleitende Behauptung fällt auf dich selbst zurück.

      Eine Verleumdung ist in Deutschland eine ehrverletzende Behauptung, die gemacht wird, obwohl man weiß, dass sie unwahr ist. Das ist hier nirgendwo der Fall soweit ich sehe und verstehe, noch bringst Du Belege, die deine These stützen. Der Vorwurf der Verleumdung könnte selbst eine Verleumdung sein.

      Die Wahrheit auszusprechen ist Teil der Rechten Rede. Zur Spaltung muss die Motivation zu spalten vorliegen. Berechtigte oder inhaltliche Kritik zu äußern, ist per se keine Spaltung oder „Entzweiung“ sonder kann sehr wohl Teil der Rechten Rede sein (i.A. der Motivation etc.).

      Deine Argumentation greift wohl eher auf Ole Nydahl als auf seine Kritiker, weil er mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern zum Islam dazu beiträgt, die gesamte Gesellschaft weiter zu spalten und Muslime auszugrenzen – wobei auch hier gilt, das muss nicht seine Absicht sein.

      Du misst scheinbar zudem mit 2 Maßstäben: Ole’s Islamfeindlichkeit und seine Zerrbilder zu Mulsimen sind ok, berechtigte und wahre Kritik an Ole Nydahl und seinen Äußerungen ist nicht ok und spaltet.

      Da hilft auch nicht OM MANI PÄME HUM. Denken könnte helfen. Du stellst einen Haufen Behauptungen auf, die deinen Gegner schlecht machen sollen (ad hominem) hast aber inhaltlich bisher Null zu bieten. So kommen wir in keiner sachlichen Diskussion weiter – falls diese erwünscht ist.

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      • 10. Oktober 2017 um 11:05
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        Wozu diskutieren?
        Ihre Verurteilung des Lamas steht schon fest, und die Möglichkeit, dass das, was er tut, Sinn hat, ist in Ihrem Horizont nicht erlaubt.
        Möge Ihr Blick wohlwollender werden.

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        • 10. Oktober 2017 um 12:16
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          Lieber Matthias,
          wenn Du Dich für eine offene Diskussion über die Fakten verschließt und lieber ein argumentum ad hominem anführst, um der inhaltlichen Debatte auszuweichen, dann stehe doch ehrlich zu Deiner Verschlossenheit oder Abwehr und laste diesen Mangel an Offenheit oder Bereitschaft, sich inhaltlich und mit den Fakten auseinanderzusetzen, nicht Deinem Gegenüber an.

          Wohlwollen und Kritik schließen einander nicht aus 😉

          Wenn Wohlwollen berechtigte Kritik aushebeln könnte, hätte der Buddha ja kein Wohlwollen gehabt, denn er hat Zeit seines Lebens – so wie überliefert – immer wieder Missstände offen angesprochen und Missstände nicht toleriert. Er war kein Schönredner, Wegredner oder unter-den-Teppich-Kehrer von Missständen.

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