Über

Dieser Blog war ursprünglich dafür gedacht, Menschen, die sich in destruktiven Strukturen von buddhistischen Gruppen – sog. »Sekten« – verfangen haben, eine Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen anonym mit anderen zu teilen. Dem Lesenden sollte der Blog die Möglichkeit geben, von ihren Erfahrungen zu hören und ein besseres Verständnis für die Dynamiken und das Leid, das mit der Involvierung in stark destruktive Strukturen verbunden ist, zu entwickeln. Für ehemalige oder zweifelnde / austrittsbereite Mitglieder »buddhistischer Sekten« sollten die Berichte auf diesem Blog eine Brücke bauen, ihre eigenen Erfahrungen zu reflektieren, in Perspektive zu setzen und zu erkennen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind und dass es eine »Zeit nach der Sekte« gibt.

Alle Erfahrungsberichte wurden anfänglich in Bezug auf Autoren, Gemeinschaften und Orte vor Veröffentlichung anonymisiert.

Lagen besondere Gründe, eidesstattliche Versicherungen oder Beweise vor, wurden später auch Personen oder Gruppen mit Namen genannt. Das gilt vor allem für Dr. Zernickow, der mit Anwaltsdrohungen den Autor eines anonymen Postes einschüchterte, und Thich Thien Son.

Seit ca. 2008/9 habe ich versucht – noch von Italien aus – die Deutsche Buddhistische Union (DBU) verstärkt aufzufordern, endlich Verantwortung zu übernehmen und Strukturen und kompetente Ansprechpartner im Dachverband der Buddhisten in Deutschland zu schaffen, an die sich Betroffene von Missbrauch oder deren Angehörigen und Freunde wenden können. Dies war auch teilweise erfolgreich – vor allem nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegenüber den damaligen Abt der Pagode Phat Hue in Frankfurt, Thich Thien Son. Auf Initiative Franz Johannes Litschs gab es zur Mitgliederversammlung der DBU am 25. April 2011 einen Workshop zum Thema »Missbrauch« an dem ca. 50 DBU-Mitglieder, die zur MV anwesend waren, teilnahmen und der die Einrichtung eines »Ethik-Rates« und das Aufstellen eines Lehrer-Verhaltenskodex (Ethik Charta) für die DBU forderte. Es gab auch 2 Treffen der Arbeitsgruppe »Ethikrat«, nur schlief die Arbeit dieser Arbeitsgruppe aus mehreren Gründen (Krankheit, neuer DBU Rat mit einer anderen Politik) wieder völlig ein. So sind Betroffene von Machtmissbrauch, sexuellem, finanziellen oder spirituellem Missbrauch im Kontext des Buddhismus in Deutschland nach wie vor alleine gelassen.  Der neue DBU Rat vertritt zudem den kontroversen Standpunkt, dass sexuelle Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern in Ordnung sei. Dem Blog-Betreiber bleibt daher nichts anderes übrig, als wichtig erscheinende Themen und Entwicklungen auf diesem Blog mit dem Nennen von Klarnamen und Hintergründen – oder auch geleakten Dokumenten und Informationen – aufzugreifen und bekannt zu machen. Denn Schweigen, Wegsehen, Nicht-Hinsehen, Leugnung, Schönreden, unter den Teppich kehren sind primär Verhaltensweisen, die Täter und Missbrauch unterstützen und die die Kontinuität von Missbrauch erst ermöglichen. Solche Verhaltensweisen führen in der Regel nicht zum Heilsamen sondern zum Unheilsamen.

Anregungen, Korrekturen, Gegendarstellungen und Kritik sind herzlich willkommen. Dafür können Sie die Kommentar-Funktion oder das Kontakt-Formular nutzen.

Tenzin Peljor

Ein Gedanke zu „Über

  • 12. August 2017 um 09:28
    Permalink

    Grenzwertiges Verhalten von buddhistischen Lehrern den Schülern gegenüber ist seit langem bekannt. Wenn man lange im Dharma ist, weiss man davon.
    Was mich jedoch ebenso erschrocken hat, waren die westlichen Schüler, die oft wie kleine Kinder ihre Lehrer idealisieren und unredliches Verhalten auf die skurrilste Art rechtfertigen. Wenn man da Zweifel äußert muss man als betroffener Schüler die „Gemeinschaft“ verlassen.
    Leider hat all dies ja nichts mit der eigentlichen Lehre zu tun und man braucht allemal Anleitung, wenn man praktizieren möchte.
    Eine offene, freundliche Kommunikation ist ja immer nötig, wenn Menschen aufeinandertreffen, erst recht, wenn diese aus verschiedenen Kulturen kommen. Aber wenn es sich um ein Schüler-Lehrer Verhältnis handelt, in der es logischerweise ein hirarchisches Gefälle gibt, ist es noch schwerer.
    Es bleibt nichts, als die Beweggründe für das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen. Und dann das Gespräch zu suchen. Es kann sein, dass man dann weiterziehen muss…..

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