Es gibt k/ein Selbst? Wie ist das mit dem Selbst im Buddhismus?

In buddhistischen, manchmal auch in philosophischen Kreisen, wird mitunter vehement behauptet, dass es gar kein Selbst gäbe. Je nach Philosophie, Tradition oder Vorstellung, kann „Selbst“ – wie auch „Gott“ – Unterschiedliches bedeuten. Zeit für eine Annäherung.

NICHT-SELBST: Das Selbst, das nicht existiert

Die „falsche Vorstellung vom Selbst“, die im Buddhismus mit dem Begriff Nicht-Selbst verneint wird, bezieht sich i.R. auf die Vorstellung eines ewigen, unveränderlichen, von Körper und Bewusstsein unabhängigen Selbst.

Das ist in etwa die Vorstellung, dass es einen unabhängigen, unzerstörbaren und ewigen Kern der Person oder Persönlichkeit gibt. Man könnte auch sagen, die Vorstellung einer Art Seele, die tief in oder außerhalb von uns – unabhängig von den veränderlichen körperlichen und geistigen Prozessen, unabhängig von Verfall und Tod –, unser wahrer unveränderlicher Kern, unser „wahres Selbst“ ist. Alternativ, die „falsche Vorstellung vom Selbst“ lässt es plausibel erscheinen, dass es da eine zentrale, unabhängige Steuerinstanz gäbe. Da ist Köper und Bewusstsein und noch das Ich, das mit Körper und Bewusstsein zusammen auftritt – nicht ganz identisch, nicht ganz verschieden – aber doch konkret wie ein Boss über Körper und Bewusstsein verfügend. Ein solches Selbst, bzw. solche Arten falscher Vorstellungen von einem Selbst, gibt es nicht.

Die falsche Vorstellung vom Selbst kann man erkennen, wenn man meditiert und zB eine Erfahrung tiefer innerer Ruhe oder Stille macht. Das fühlt sich dann so an, als würde hinter der Erfahrung, die nur ein Ablauf sich ständig ändernder geistiger und körperlicher Prozesse ist, ein Selbst sitzt, eine Person, ein kleines Männlein oder Weiblein oder Wesendazwischen, unabhängig von den Prozessen, das diese Erfahrung macht und besitzt, oder sich nun freut, so eine tolle Erfahrung zu machen oder zu besitzen. Diesen Besitzer, diese Person, unabhängig von sich ständig ändernden geistigen und körperlichen Prozessen, gibt es nicht.

In der indischen Philosophie gibt es den Begriff atman, der grob vereinfacht gesagt die Vorstellung und den Glauben an eine unzerstörbare, von Körper und Bewusstsein unabhängigen, ewigen Essenz der Person repräsentiert.

Alle buddhistischen Schulen sind sich darin einig, dass es ein solches unabhängiges, beständiges Selbst nicht gibt. Die Lehre vom Nicht-Selbst (anatman) im Buddhismus verneint also vor allem die Vorstellung oder den Glauben an ein dauerhaftes und unabhängiges Selbst.

Die Begriffe Selbst, Person, ich und Lebewesen werden im Buddhismus synonym verwendet. 

SELBST: Das Selbst, das existiert

Würde man nun sagen, dass es gar kein Selbst gibt, wäre das nicht richtig. Denn Selbst bezieht sich auf die „Anhäufung“ von Körper und Bewusstsein, einen Haufen sich ständig verändernder Prozesse, die existieren, Wirkungen erfahren und Wirkungen ausüben. Solchen Anhäufungen geben wir einen Namen, Hans, Anna oder Franzi … Hans, Anna oder Franzi existieren. Zu sagen es gäbe kein Selbst, heißt zu sagen, es gäbe die Person Hans, Anna oder Franzi nicht. Das wäre das Extrem des Nihilismus, der Verneinung von etwas Existentem. Eine Person existiert. Wir existieren. Ich existiere. Wir führen Handlungen aus und erfahren Wirkungen von Handlungen … Wir sind nicht etwas Nicht-Existentes wie die Hörner eines Hasen, eine Himmelsblume oder das Kind eines 5jährigen Mädchens.

Ein Selbst, das in Abhängigkeit von Körper und Bewusstsein zugeschrieben wird, existiert. Projektionen, die dieses existente, bloß zugeschrieben Selbst über die Begrifflichkeit in Abhängigkeit hinaus als beständig oder unabhängig erscheinen lassen, gilt es als falsch oder Nicht-Selbst zu erkennen. Diese Vorstellungen haben keine Basis in der Realität, sie sind Fiktionen und existieren nicht, wie die Hörner eines Hasen…

Die Vorstellung eines dauerhaften, unabhängigen Selbst nennt man auch das Extrem des Eternalismus. Buddhismus lehrt den Weg der Mitte, frei vom Extrem des Nihilismus (der Verneinung von Existentem) und frei vom Extrem des Eternalismus (ein Ewigkeitsglauben, dass Dinge unabhängig oder zusammengesetzte Dinge unveränderlich existieren).

NICHT-SELSBT und SELBST in buddhistischen Schriften

Ajahn Amaro betont, dass es im Pali Kanon keine Stelle gibt, wo der Buddha sagt, „es gibt kein Selbst“.

Auf die Fragen „Ist das Selbst identisch mit dem Körper? Oder ist das Selbst verschieden vom Körper“ gab der Buddha keine Antwort.

Schaut man in den Pali Kanon, was der Buddha immer wieder aufzeigte ist, was nicht das Selbst ist. Um das zu verdeutlichen, hier ein Zitat aus dem Girimānanda Sutta:

„Und was ist die Betrachtung von Nicht-Selbst (anatta)? Hier betrachtet ein Mönch – der in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder an einen einsamen Platz gegangen ist – dies: ‚Das Auge und sichtbare Gegenstände, das Ohr und Klänge, die Nase und Gerüche, die Zunge und Geschmäcker, der Körper und Tastbares, und der Geist und Gedanken sind nicht das Selbst.‘ Und so meditieren sie, das Nicht-Selbst in den inneren und äußeren Sinnesfeldern betrachtend. Dies wird Betrachtung von Nicht-Selbst (anatta) genannt.

Der Buddha betont also, was alles nicht das Selbst ist. Kein Teil des Körpers, kein Teil des Geistes (Bewusstseins) – der fünf Aggregate (skhandas) – noch Erdelement, Feuerelement, Windelement oder Raumelement sind das Selbst. Nagarjuna in „Der Kostbaren Girlande“ (Ratnavali):

Ein Lebewesen ist nicht Erde, Wasser,
Feuer, Wind oder Raum,
Nicht Bewusstsein und nicht all das zusammen;
Welches Lebewesen gäbe es verschieden davon?

Offensichtlich ist da aber mehr als ein bloßes Nichts. Denn auch wenn kein Wesen, Selbst oder Ich in oder außerhalb der Teile, die ein Lebewesen ausmachen, zu finden ist, auch wenn das Lebewesen (Anna, Hans, Franzi) nicht mit dem Bewusstsein oder dem Körper (oder deren Teilen) identisch ist, ist da doch etwas das wirkt und Wirkungen erfährt – über ein bloßes Nichts hinausgehend. Da ist eine sich ständig ändernde Ansammlung, die Angenehmes, Unangenehmes oder weder-Angenehmes-noch-Unanagenehmes erfährt.

Was da ist, wird von einer vollordinierten Nonne im Pali Kanon erklärt.

Im Vajira Sutta (Samyutta Nikaya 5:10) versucht ein Dämon Angst, Unruhe und Terror in der Bhikkhuni Vajira zu entfachen. Er versucht sie aus ihrer Konzentration zu bringen und fragt sie:

Von wem wurde dieses Wesen erschaffen?
Wo ist der Macher des Wesens?
Wo kommt das Wesen her?
Wo ist des Wesens End’?

Nachdem die Nonne Vajira versteht, dass Mara sie anspricht, antwortet sie ihm:

So wie für den Verbund von Teilen,
Das Wort ‚Wagen’ benutzt wird,
Genauso, wenn die Aggregate gegenwärtig sind,
Gibt es die Übereinkunft ‚ein Wesen’.

Dieses Beispiel wird im Milindapanha vom Mönch Nagasena aufgegriffen, der des Königs Milinda Fragen zu Buddhas Lehre des Nicht-Selbst (anatta) beantwortet. 

Nagasena begrüßt den König, stimmt zu, dass Nagasena sein Name sei, aber dass „Nagasena“ nur eine Bezeichnung ist und kein permanentes Individuum „Nagasena“ gefunden werden kann.

Das amüsiert den König. Er fragt: Wer trägt dann die Roben und nimmt Essen zu sich? Wenn es keinen Nagasena gibt, wer sammelt dann Tugenden oder Nicht-Tugenden an? Wer verursacht Karma? Wenn das, was du sagst, wahr ist, könnte ein Mann dich töten und es würde keinen Mord geben. „Nagasena“ wäre nichts als ein Klang.

Darauf fragt Nagasena den König, wie er zu seiner Einsiedelei gekommen sei, zu Fuß oder zu Pferd? „Ich kam mit einem Wagen,“ sagt der König.

„Aber was ist ein Wagen?“ – fragt Nagasena.

„Sind es die Räder oder die Achsen oder die Zügel oder der Rahmen oder der Sitz oder der Zugstab? Ist es eine Kombination dieser Elemente? Oder wird er außerhalb dieser Elemente gefunden?“

Der König antwortete auf jede Frage mit „Nein“. 

„Dann gibt es keinen Wagen!“ Sagt darauf Nagasena.

Der König erkennt, dass die Bezeichnung „Wagen“ von dessen Bestandteilen abhängt, aber dieser „Wagen“ selbst ein Begriff oder ein bloßer Name ist.

Genau wie im Beispiel mit dem Wagen, sagt Nagasena, ist es mit den Wesen: „Nagasena“ ist eine Bezeichnung für etwas Konzeptionelles. Es ist ein bloßer Name. Wenn die Bestandteile vorhanden sind, nennen wir es einen Wagen; wenn die fünf Skandhas (oder Aggregate; Körper und Bewusstsein) vorhanden sind, nennen wir es ein Lebewesen.

Dieses berühmte Beispiel Selbst bzw. Nicht-Selbst mit dem Wagen zu erklären, findet sich auch in Mahayana Texten und deren Kommentaren. In Chandrakirtis Madhyamakavatara heiß es:

Der Wagen und das Selbst sind ähnlich [6.135b].

Der tibetische Yogi-Mönchs-Gelehrte Tsongkhapa kommentiert dieses Werk in dem er ein (nicht näher benanntes) Sutra zitiert, das sagt: 

So wie in Abhängigkeit der Ansammlung der Komponenten ‚Wagen‘ ausgedrückt wird; Genau so, sagt man in Abhängigkeit der Aggregate konventionell ‚Lebewesen‘.

Noch einmal der Hinweis: Selbst, Person, Ich, Lebewesen oder Wesen haben die gleiche Bedeutung. Diese Begriffe sind in diesem Zusammenhang buddhistisch-philosophischer Analyse synonym.

Der Mittlere Weg

In den buddhistischen Traditionen gibt es eine Übereinstimmung darin, dass es ein Selbst gibt – nämlich, eines, das in Abhängigkeit von Körper und Geist zugeschrieben wird – und, dass es ein permanentes, unabhängiges Selbst nicht gibt. Eine Person handelt, erfährt die Folgen von Handlungen. Personen existierten, Handlungen existieren, Ursache und Wirkungen existieren, heilsam und unheilsam existieren aber eben nicht unabhängig.

Die Lehre des Nicht-Selbst (anatta) heißt also nicht, dass es gar kein Selbst gibt!

Das in Abhängigkeit von Körper und Geist (der skhandas) zugeschriebene Selbst existiert. Dieses bloß zugeschriebene Selbst wird durch die Unwissenheit unabhängiger, beständiger, singularer gemacht als es ist. Diese Projektionen gilt es durch Einsicht als falsch zu erkennen. Verneint werden also falsche Vorstellungen vom Selbst. Anatta heißt dann primär, dass kein unabhängiges, permanentes Selbst existiert.

Im Mahayana Buddhismus wird betont, einen Weg der Mitte zwischen den Extremen des Eternalismus und Nihilismus zu finden. Es gibt kein Selbst, dass unabhängig (aus sich heraus, inhärent), unveränderlich und singular (im Sinne von nicht aus Teilen zusammengesetzt) existiert. Es ist aber auch nicht so, dass es gar kein Selbst gibt. Ein Selbst, das in Abhängigkeit einer geeigneten Basis zugeschrieben wird, das von Ursachen und Bedingungen sowie von Teilen abhängig ist, existiert.

Im Theravada Buddhismus heißt es:

„Alles existiert,” Kaccayana, das ist das eine Extrem, „Alles existiert nicht,” das ist das andere Extrem. Ohne auf eines dieser Extreme einzugehen, lehrt der Tathagata den Dhamma durch den Mittleren Weg. – Samyutta Nikaya 12.15

Hier finden wir eine Aussage des Buddha, nicht in das Extrem der Vernichtung des Selbst („Vernichtung“ [pali: uccheda-ditthi, engl.: annihilation] im Sinne eines zeitweilig existierenden, separaten Selbst, das beim Tod völlig zerstört wird) oder das Extrem eines ewigen Selbst („Eternalismus“ [pali: sassata-diṭṭhi, engl.: eternalism] im Sinne einer beständigen Substanz oder Entität) zu fallen, sondern einen Weg der Mitte zwischen diesen beiden Extremen von völliger Vernichtung und Ewigkeitsglauben zu kultivieren.

Das bloß zugeschriebene Selbst

Gäbe es gar kein Selbst. welchen Sinn würden Aussagen des Buddha wie die nachfolgende machen? 

Auf sich selbst achtend, achtet man auf andere. Auf andere achtend, achtet man auf sich selbst. – Sedaka Sutta

Gar kein Selbst wäre etwas völlig nicht Existentes, wie die Hörner eines Hasen. Es macht keinen Sinn über die Farbe, Größe, den Wert oder den Umgang mit den Hörnern eines Hasen zu reden, denn sie existieren nicht. Gäbe es gar kein Selbst, würde es keinen Sinn machen, Anleitungen zu geben, wie man auf sich oder andere achtet, oder wie man sich aus dem Daseinskreislauf (samsara) befreit und Nirvana erlangt. Auch Darlegungen zur Ethik, heilsamen und unheilsamen Handlungen wären völlig sinnlos – so sinnlos wie Anleitungen zum Reinigen und Aufbewahren von Hasenhörnern.

Ein Selbst, das in Abhängigkeit der Aggregate zugeschrieben wird, das handelt, die Folgen von Handlungen erfährt, existiert. Das nennt man in der Madhyamika Prasangika Schule des Mahayana Buddhismus das „bloß zugeschriebene Selbst“ oder „das bloße Selbst“. Die Aggregate, auf die es zugeschrieben wird, bilden ein Kontinuum sich ständig verändernder körperlicher und geistiger Prozesse. Das Selbst existiert in Abhängigkeit dieser Basis und nicht davon unabhängig. Es ist weder identisch noch völlig verschieden von der Basis der Zuschreibung. Es ist nicht nur ein Begriff im luftleeren Raum. Es ist aber auch nicht mehr als eine Zuschreibung in Abhängigkeit.

Das heutige Selbst ist nicht identisch mit dem Selbst aus der Kindheit aber auch nicht völlig verschieden davon. Mit dem Tod, der Trennung von Körper und Bewusstsein, enden die mentalen Prozesse nicht völlig, setzen sich fort, verbinden sich in Abhängigkeit des beim Sterben aktivierten Karma mit einem neuen Körper und Welt. Das Selbst nach diesem Leben ist nicht identisch mit dem heutigen Selbst, aber auch nicht völlig verschieden davon. (Aber das ist ein anderes Kapitel…)

Was heißt das nun praktisch angewandt?

Wenn man Anna sieht oder wenn sich Anna betrachtet, erscheint da ein unabhängiges Wesen Anna zu sein – nachdem wir dann greifen. Genauso, wie wenn man einen Wagen sieht, da unabhängig, aus sich heraus, ein Wagen zu sein scheint.

Anna scheint mehr als nur ein Name in Abhängigkeit von Körper und Geist zugeschrieben zu sein. Untersucht man nun was genau da „Anna“ ist – wo genau / was genau ist diese „Anna“? –, findet man nichts, das unabhängig von Ursachen und Bedingungen, unabhängig von Teilen und unabhängig von geistigen Zuschreibungen „Anna“ ist. Man greift im wahrsten Sinne des Wortes mental ins Leere. Es gibt keine (unabhängige) Essenz von Anna.

Trotzdem ist da nicht Nichts. Da sind sich ständig verändernde körperlich und geistige Prozesse, die eine Grundlage bilden, diese Anhäufungen „Anna“ zu nennen. (Nur am Rande: auch diese sich ständig verändernden körperlichen und geistigen Prozesse sind wie der Wagen oder Anna nur in Abhängigkeit einer geeigneten Basis zugeschrieben…)

Wird durch Einsicht in die „Selbst-Losigkeit“, das „Nicht-Selbst“, die „Leerheit“ (shunyata) von Anna der Glauben an die Erscheinungsweise eines scheinbar unabhängigen Phänomens „Anna“ erschüttert oder überwunden, löst sich je nach Tiefe der Einsicht, das Greifen und alle damit verbundenen Projektionen in Bezug auf Anna (und letztlich auch auf alle anderen unabhängig erscheinenden Phänomene) auf. Durch das Nicht-Greifen entsteht gelöste Entspanntheit, dadurch kommt der Geist zur Ruhe und ist gleichzeitig mit den Phänomenen der Erscheinungswelt – ohne sich durch Anhaftung, Abneigung oder Gleichgültigkeit unheilsam in sie zu verstricken – auf friedvolle Weise, heilsam, in Verbindung.

Wie wunderbar, wie all dies hier erscheint, die drei Bereiche der Leidenswelt, was nicht vorhanden ist, erscheint jedoch, welch großes Wunder offenbar! – Milarepa

Wem das nun etwas zu kompliziert war, in der neuen Buddhismus aktuell 3/2018 habe ich versucht, diesen Themenkomplex einfacher darzustellen. Hier habe ich mir erlaubt etwas tiefer und mit Schriftzitaten zu arbeiten. Wer die Erklärung hilfreich fand oder ahnt, eine Vertiefung dieses Themas könnte etwas bringen, kann hier auf das Kurs-Wochenende zum Thema „Selbstlosigkeit, Leerheit und Abhängiges Entstehen“ zurückgreifen. Dort finden sich nicht nur systematischere Erklärungen sondern auch Tabellen und Buchempfehlungen zum Thema.


Siehe auch
Es gibt k/ein Selbst? Wie ist das mit dem Selbst im Buddhismus?
Markiert in:                         

3 Gedanken zu „Es gibt k/ein Selbst? Wie ist das mit dem Selbst im Buddhismus?

  • 17. Juni 2018 um 17:38
    Permalink

    Trotzdem ist da nicht Nichts. Da sind sich ständig verändernde körperlich und geistige Prozesse, die eine Grundlage bilden, diese Anhäufungen „Anna“ zu nennen.

    Heiliger Strohsack… damit läßt sich Anna dann gut hintergehen und belügen… Wollen Sie Kamikazeflieger ausbilden, oder sich an Wurzelgelübte halten, wie etwa unreifen nicht Leerheit lehren?

    Solch moderner Vipassanaquatsch… besser [En/De] First Things first | Die Ersten Dinge zuerst, Essay by Bhante

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    • 18. Juni 2018 um 21:17
      Permalink

      Vielen Dank für die Links zu den Texten. Habe sie hinzugefügt.

      Venerable Nyanaponika Thera: „… continuous flux of material and mental processes arising from their appropriate conditions, a process which will cease only when these conditions are removed“ – wahrscheinlich war er auch vom „modernen Vipassanaquatsch“ infiziert ;-)

      Es sind erst mal nur Worte, die auf den Fakt subtiler Vergänglichkeit hinweisen … subtile Vergänglichkeit, eine Brücke, sich dem Verständnis der „Selbstlosigkeit“ anzunähern.

      „Unreifen“ nicht Leerheit (oder Selbstlosigkeit) zu lehren, als Teil der Achtzehn Bodhisattva Hauptgelübde (oder Wurzelgelübde), bezieht sich primär auf die Gefahr, dass in Zuhörern ein nihilistisches Verständnis entsteht. Wenn das passiert, besteht die Gefahr, dass Ursache und Wirkung bzw. Karma verneint wird und dass infolge dessen solche Menschen unheilsam handeln, falsch denkend, es existiert ja nix, Handlungen sind „leer“ (=nicht existent), also können sie auch keine Folgen haben; oder: ich existiere nicht, also kann ich auch nicht die Folgen meiner Handlungen erfahren.

      Genau, weil solche nihilistische Ansichten (a la „der Buddha sagte ja es gibt kein Selbst!“) recht oft von Neu-Interessierten des Buddhismus vertreten und verkündet werden, habe ich den Artikel hier gepostet. D.h. er soll vor der Gefahr des Nihilismus schützen und damit eben genau das verhindern, was das 11. Bodhisattva Hauptgelübde bezweckt, „Unreife“ vor falschen, sie schädigenden Ansichten zu schützen.

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