Meine Zeit bei Ole Nydahl und dem Diamantweg

Der nachfolgende Beitrag soll aufzeigen, was das radikale Gedankengut eines buddhistischen Lehrers in einem bewirken kann. Die wenigsten spirituellen Schüler können wahrscheinlich zwischen der Privatpersonen und dem Lehrer Ole Nydahl unterscheiden – ganz besonders dann nicht, wenn sie jung, sehr offen und stark beeinflussbar sind. Die Autorin des Beitrags, Stephanie Mörchen, ist mit Ole Nydahl als spirituellem Lehrer aufgewachsen und somit auch mit seinen Sichtweisen über den Islam. Daher, so schreibt sie in einer Email, „bei mir war deswegen eine Angst und eine Abscheu vor den Menschen, die dieser Religion angehören, ganz normal.“ Die Autorin hat schließlich einen Ausweg gefunden, der sie „Jahre gekostet“ hat sowie „viel Übung in Bodhicitta, um diese Angst in Mitgefühl umzuwandeln und um zu verstehen, dass es ‚den Islam‘ nicht gibt.“ Inzwischen arbeitet sie als Deutschlehrerin für Geflüchtete. Angst hat sie „nicht mehr vor ihnen, sondern um sie.“


Ich will hier gerne meine Geschichte erzählen, nicht weil ich jemandem schaden möchte, sondern weil ich berichten möchte, in der Hoffnung anderen nützlich zu sein.

Ich bin im Tibetischen Buddhismus groß geworden und in der Ole-Sangha. 1980 geboren nahm meine Mutter 1981 Zuflucht. 1984 nahm sie mich mit nach Ródby, einem wunderschönen Ort in Dänemark mit einem Stupa, der mich damals bereits tief beeindruckt hat. Ich fühlte mich sofort zu Hause. Dort traf ich auch Lama Ole, der damals für mich nur Ole war, und den ich auch sofort, wie alles dort, mit meinem kindlichen Gemüt fest in mein Herz schloss. Meine ersten zusammenhängenden Erinnerungen sind aus dieser Zeit.

Ole wurde ein ständiger Begleiter unseres Lebens, war sogar bei uns zu Hause. Er weihte es zu einem kleinen Zentrum und er und die Menschen um ihn wurden zu einem festen Anker in einer Welt, in die ich nie so ganz hinein passte und die ich als sehr verwirrend empfand. 1995 machte ich meine ersten Phowa-Kurs und ab 1998 wurde ich auf jedem Kurs gesehen, der für mich erreichbar war und den ich mir damals leisten konnte. Es war eine traumhafte Zeit. Jung und fröhlich zog ich Leute an und diese mich. Sie waren meine zweite Familie, obwohl meine Eltern in dieser Zeit aus eigenen Gründen bereits Abstand von Ole nahmen. Ich selbst war dort unheimlich glücklich. Ole war für mich Vater, Ratgeber und bester Freund und ich liebte ihn von ganzem Herzen, liebe ihn immer noch für so Vieles.

Doch wie es so ist, als junger, von etwas allzu begeisterter Mensch, der jedes Wort seines Vorbilds einsaugt, war ich nicht nur für Dharma-Inhalte empfänglich. Ich kenne Oles Aussagen über den Islam mein ganzes Leben. Bereits Anfang der 90er verschärfte er seinen Ton und fing an seine Schüler davor zu warnen. Nach dem 11. September wurde er noch deutlicher. Er warnte uns vor der Religion und einer muslimischen Zukunft, die uns unsere Freiheit nehmen wird. Ganz besonders den Frauen. Mir hat das unglaublich Angst gemacht.

Ich fing an mich zu informieren, las die Scharia und Auszüge aus dem Koran, die zu Gewalt aufrufen. Und ich sprach darüber viel mit meinen Freunden, die alle ähnlich empfanden und wir liehen uns gegenseitig Bücher, damit wir auch alle gut informiert waren. Zeitung lesen wurde für alle ganz wichtig und alles was die Aussagen untermauerte wurde gesammelt, vor allem in unseren Köpfen. Doch die Informationen waren einseitig, stammten aus Büchern und hatten tatsächlich nichts mit unserer Erfahrungswelt zu tun. Die Muslims, die meinen Weg kreuzten, waren nicht so. Und doch misstraute ich ihnen, wollte sie nicht zu nah in mein Leben lassen und eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben. Ich war unglaublich paranoid.

© duncon c | freedom? | (CC BY-NC 2.0)

2003 verliess ich den Diamantweg. Ich würde gerne sagen aufgrund dieser Aussagen, aber die Wahrheit ist, dass es vor allem mit einer gescheiterten Beziehung, sowie dem Wunsch einen anderen buddhistischen Kurs einzuschlagen zu tun hatte. Zweites war, glaube ich, mein großes Glück. Denn obwohl ich nicht mehr bei Ole war, besuchte ich andere Kurse und versuchte weiter zu praktizieren. Ich las viele Bücher und habe andere sehr gute Lehrer gefunden.

Doch die wichtigste Praxis, die vor allem auch gegen meine Angst und Abscheu half, erklärte mir die Ehrwürdige Khandro Rinpoche: Tonglen, die Praxis für das Entwickeln von Mitgefühl.

Das Entscheidende im Mahayana-Buddhismus ist das Entwickeln von Bodhicitta. Dadurch fängt man an zu verstehen, dass wir jeden Feind im Außen in unserem Inneren erzeugen und dass jedes Wesen, egal welches, egal was es tut, Glück haben und Leid vermeiden möchte. Es gibt keine Ausnahme, keine Gruppe, niemanden, auf den dies nicht zutrifft. Religionen sind dazu gedacht den Menschen zu helfen. Aber Religionen werden von Menschen gelebt und es sind dann Menschen, die die Religion für ihre Zwecke missbrauchen.

Wie sollte es in der muslimischen Welt anders sein? Wie kann jemand mein Feind sein, der aus denselben Gründen leidet wie ich? Warum sollte ich jemanden ablehnen, nur weil er einer anderen Religion angehört und dort Sicherheit sucht?

Ich kenne jedes Argument, dass sich gegen den Islam ausspricht, ich kenne jedes, das für die Menschen spricht. Ich habe mich entschieden die Menschen zu sehen.

Menschen schaffen sich Feindbilder im Außen, dadurch entstehen Kriege. Wenn wir selbst dieses Feindbild erzeugen, sind wir nicht besser als der radikale Islam, vor dem so viele, sicher auch nicht unbegründet, Angst haben.

Das weiß ich heute.

Angst führt zu Zorn, Zorn führt zu Hass und Hass verblendet und verhindert Mitgefühl.

Wenn ein buddhistischer Lehrer vor einer Gruppe, einer Religion und den Menschen die dieser angehören warnt, macht das etwas mit einem. Es ist wie Gift, das sich im Kopf und im Herz festsetzt. Ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die dafür empfänglich war. Vielleicht gibt es Leute, die differenzieren können, ich konnte das nicht, nie. Auch mein Umfeld hatte genauso Angst wie ich.

Wir entscheiden uns Buddhisten zu sein, weil wir bessere Menschen sein möchten und einen Sinn suchen, wir suchen einen Anker auf unserem Weg. Im tibetischen Buddhismus ist unser Anker der Lehrer. Er ist unsere Sonne, die uns wärmt und der Mond der Kühlung verschafft. Er schützt uns, um nicht in unsere Verblendung zurückzufallen.

Wenn ich jedoch ängstlicher werde, statt ausgeglichener, wenn mein Zorn zunimmt und nicht ab, dann läuft etwas schief.

Ich habe Oles Worte Anfang der 2000er erlebt und sie haben dies bei mir bewirkt. Ich hatte 15 Jahre, um mich davon zu befreien. Andere hören das immer noch genauso. Nach der Flüchtlingswelle 2015 stelle ich mir die Angst und die Paranoia bei so manchem in dieser Gemeinschaft enorm vor. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich mich irre. Wenn nicht, so hoffe ich, dass meine Worte wenigstens einen Menschen erreichen.

Ich arbeite inzwischen als Deutschlehrerin für Flüchtlinge. Angst habe ich nicht mehr vor ihnen, sondern um sie. Ihr Leben, nach all den schrecklichen Dingen die ihnen bereits passiert sind, ist hier nicht einfach. Auch sie haben Angst.

Hass ist nicht das was sie brauchen und er ist kontraproduktiv für jede Form der Integration. Wenn ein buddhistischer Lehrer diesen Hass schürt, hat er seine Arbeit schlichtweg nicht gut gemacht. Ich kreide dies Ole nicht an, denn ich glaube, auch er hat tatsächlich Angst. Das macht seine Worte jedoch für jeden, der wie ich damals ein offenes Ohr hat, noch eindrücklicher. Ich wünsche Ole von ganzem Herzen, dass er seine Angst los wird. Zu seinem Wohl und dem seiner Schüler.

Ich habe, nachdem ich 2003 ging, immer wieder den Kontakt zu meinen damaligen Freunden erneuert. 2011 sah ich Ole das letzte mal auf einem Kurs in der Nähe meines Wohnortes. Seine Worte hatten sich nicht verändert, die Worte seiner Schüler waren inzwischen noch um einiges schärfer.

Den Diamantweg zu verlassen war mit das Schwerste, was ich je getan habe. Die Einsamkeit in der Zeit danach war eine unendlich schmerzhafte Erfahrung. Ich verlor meine Freunde, meine Familie. Und doch weiß ich heute, dass ich für mich die absolut richtige Entscheidung getroffen habe. Wo wäre ich heute, wie wäre ich, wenn ich nicht gegangen wäre?

Ich habe dies heute, am Guru Rinpoche Tag aufgeschrieben, mit dem Wunsch, dass es zum Wohle und zum Besten aller Wesen ist. Mögen alle Wesen Glück und die Ursache von Glück finden. Mögen sie frei von Leid und der Ursache von Leid sein. Mögen sie nicht vom wahren Glück, welches ohne Leid ist, getrennt sein. Mögen sie in großem Gleichmut verweilen, frei von Ablehnung und Anhaftung.

Mit den besten Wünschen,
Stephanie Mörchen

Meine Zeit bei Ole Nydahl und dem Diamantweg
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14 Gedanken zu „Meine Zeit bei Ole Nydahl und dem Diamantweg

  • 22. Juli 2018 um 18:10
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    Das nenne ich jetzt mal einen echten Erfahrungsbericht… – Ich sehe diese wellenartig auflaufende Angst auch bei mir. – Silvester 2015 war z.B. komplett Land unter.

    Aber ich sehe bei mir nicht, daß diese Angst Haß zeugt, sie zeugt vielmehr noch mehr Angst und immer größere Angst. – Und dieser komme ich nicht bei, in dem ich die Angst der Menschen nicht ernst nehme, keine Konzepte anbiete, derartig fundamentale Trennungen zu überwinden.

    Und ich vermag zwar zu sehen, daß wir als Westen uns seit Jahrhunderten auf einem Weg befinden, der irgendwann einen ‚äußeren‘ Feind hervorrufen mußte, weil wir als kollektiv innerlich zuvor die entsprechende Vorarbeit geleistet haben, dennoch vermag ich es nicht, mit dieser Logik an jeden Einzelfall, der in der Welt draußen nunmal passiert, heranzugehen. – Nicht bei den Christenmorden von Boko Haram, nicht bei dem göttlich inspirierten Bluträuschen des IS und auch nicht bei Frauen, die hierzulande Begegnungen erleben, die sie sich so gewiß nicht erwünscht haben.

    (Eine Pfarrerin in Freiburg ging gar so weit, den Tod der Flüchtlingshelferin Maria mit der Hingabe der Gottesmutter Maria an den Willen Gottes zu vergleichen. – Das geht mir alles zu weit, das überstrapaziert meine Opfer- und Hingabebereitschaft doch sehr…)

    Es gibt ein persische Fabel, die mir in diesem Zusammenhang neuerdings immer häufiger in den Sinn kommt:

    ‚Die Fabel von dem Frosch und dem Skorpion.‘

    https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/koehlmeiers-maerchen/maerchen-michael-koehlmeier-der-frosch-und-der-skorpion100.html

    (Ich kannte sie bislang nur in ihren Grundzügen, ihre vielen Verschachtelungen stimmen nicht unbedingt fröhlicher…)

    Ja, jedes Wesen, egal welches, egal was es tut, möchte Glück haben und Leid vermeiden, da gibt es keine Ausnahme, keine Gruppe, niemanden, auf den dies nicht zutrifft.

    Doch die Strategien, die jedes Wesen, jedes Kollektiv, für sich erschaffen hat, sein eigenes Glück zu mehren, das eigene Leid zu minimieren, sind nicht nur verschieden, sie stehen nur allzu häufig dem Glück anderer entgegen oder rufen bei ihnen unmittelbar Leid hervor.

    Ein Wolf ist ein Wolf und ein Schaf ist ein Schaf und ein Frosch ist ein Frosch und ein Skorpion ein Skorpion, wenn wir diese Ebene nicht gemeinsam transzendieren kommt es unweigerlich zu dem Clash, den Leute wie Ole sehen und vor dem sie in mehr oder minder behutsamer Art uns versuchen zu warnen.

    Aber Du hast dahingehend recht: Da wir es aktuell nicht wirklich in der Hand haben, am großen Räderwerk zu drehen, das zur Manifestation Drängende aufzuhalten, haben wir es nur in der Hand, an unseren kleinen Stellschrauben zu drehen und uns selber innerlich von den Ursachen des Leides zu befreien.

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  • 25. Juli 2018 um 17:02
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    Auf der Basis des obigen Artikels gab es einen längeren Email-Wechsel. Aus einer Email darf ich nachfolgend zitieren. Der erwähnte Artikel wird für diesen Blog ins Deutsche übersetzt und baldmöglichst veröffentlicht

    Ich habe gerade den Artikel »Guru/disciple relationship dynamics and attachment traumas« gelesen. Mir ging dabei einiges durch den Kopf, wenn ich es Dir aufschreibe, hilft mir das, dies klarer zu sehen. Oles Stärke besteht darin, den Stolz seiner Schüler zu aktivieren. Er gibt ihnen das Gefühl etwas Besonderes zu sein. Diese Stärke nutzt er jedoch, weil die eigentliche Schwäche der Schüler Minderwertigkeitskomplexe sind. Ich habe mich immer gefragt, ob ich der Einzige war, der das so wahrgenommen hat, aber Ole war wie eine Droge. Nur mit ihm in der Nähe erfuhr ich Glück, im Alltag war es nicht haltbar. Deswegen funktioniert diese Parallelgesellschaft auch so gut. Dieses System durchschaue ich aber bis heute nicht ganz und warum das so ist. Aber wohl deswegen liegen ihm z.b. die Frauen so zu Füßen. War man auserwählt, so hatte man die Bestätigung tatsächlich etwas Besonderes zu sein. Das da noch 500 andere waren störte nicht. Man wollte zur Elite gehören. Bei den Männern waren es wichtige Aufgaben. Diese waren unglaublich stolz, wenn sie von Ole den Auftrag bekamen den Diamantweg irgendwo zu vertreten. Ole gab das nie als seine Idee aus, sondern gab den Leuten das Gefühl es wäre ihre eigene. Vielleicht war es das sogar. Dadurch setzen sie da aber wirklich ihre ganze Energie ein.

    Was ich hier bemerkenswert finde ist, das hier ein bestimmtes Muster erkennbar wird, das relevant für ungesunde Lehrer-Schüler-Beziehungen besonders im Westen zu sein scheint und auch im Artikel von Vaillaint Gicqueau beschrieben wird: Am Anfang steht die Idealisierung des Gurus hin zu etwas Reinem, Jenseitigen, Heiligem. Hat der Schüler Minderwertigkeitsgefühle, wird die Identifikation mit etwas Erhöhten, Besseren, Heiligen eine Methode, diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu entfliehen. Zugehörigkeit zur Gruppe, Identifikation mit dem besonderen Guru, besondere Aufgaben, besonderer Bedeutung, einer besonderen Rolle usw. erhebt einen selbst. Gibt das Idol dann einem Zuwendung und Aufmerksamkeit oder eine wichtige Aufgabe oder Funkion innerhalb der Organisation, fühlt man sich anerkannt und ernst genommen – gesehen. Man ist offensichtlich gar nicht so schlecht, wie es einem (in Abhängigkeit fehlendem Selbstwerts oder fehlendem Selbstvertrauens) erscheint. Die Minderwertigkeitsgefühle werden dadurch aber nicht an der Ursache beseitigt und überwunden, sondern nur umschifft – ein schwaches, sich minderwertig fühlendes Selbst wird durch die Identifikation mit einem großartigen Selbst des Führers und seiner ganz großartigen und besonderen Bewegung – der Elitegruppe – aufgewertet. Damit bleibt man aber psychologisch – im Sinne von Anerkennung, Gesehen werden, Bedeutung oder einen Sinn im Leben zu haben – vom Führer und der Zugehörigkeit zur Gruppe abhängig.

    Die Zusammenhänge, Dynamiken sind noch komplexer, das erst mal nur als Gedanken dazu.

    Im Buddhismus gilt grundsätzlich die Geisteshaltung von Stolz als unheilsam und als großes Hindernis auf dem spirituellen Weg. Stolz blockiert Mitgefühl und die spirituelle Entwicklung. Während Minderwertigkeit die eigenen Fehler übertreibt und vorhandene Qualitäten nicht (oder kaum) wahrnimmt und sich anderen gegenüber geringer fühlt, übertreibt Stolz die scheinbaren, eingebildeten oder vorhandenen Qualitäten, sieht kaum oder gar nicht die eigenen Fehler und fühlt sich anderen überlegen (und als Folge sieht der Stolze auf Andere als ihm Unterlegen herab). Stolz und Minderwertigkeit sind unrealistische Geisteshaltungen, die leidverursachend und daher, so wird im Buddhismus gelehrt, aufzugeben sind. Gesundes Selbstvertrauen hingegen, nimmt die eigenen Fehler und die eigenen Qualitäten wahr, ohne das Eine oder das Andere zu leugnen, vorhandene Qualitäten und Fehler nicht zu sehen oder diese zu übertreiben.

    Nimmt man dieses Verständnis als Grundlage der Betrachtung und angenommen man hat einen narzisstischen Lehrer, der sich gerne im Selbstglanz sonnt und Schüler, die ihn (oder sie) unkritisch-anbeten oder anhimmeln und dann noch ihn (oder sie) als idealisierte Projektionsfläche nutzen, um eigenen Minderwertigkeitsgefühlen oder Gefühlen von Bedeutungslosigkeit zu entfliehen, kann man sich glaube gut die fatalen Folgen solch einer Beziehung ausmalen … Die Dynamiken bringen hochwahrscheinlich einen Super-Narzissten hervor und eine Schülerschaft, wo beide Seiten unfähig zur Selbstkritik sind oder auf Kritik allergisch-abwehrend, unterdrückend oder aggressiv reagieren. (Das Verhalten von Donald Trump und das vieler seiner Unterstützer kann man hier mE gut als Anschauungsbeispiel nehmen.)

    Anzumerken wäre noch, dass Tibeter generell eher gar keine Probleme mit Selbsthass oder Minderwertigkeit haben sondern iR mit einem guten und gesunden Selbstvertrauen ausgestattet sind. Daher werden sie diese Dynamiken iR weder verstehen noch aus eigener Erfahrung kennen … oder im Wissen darum besonders besonnen reagieren.

    Ein weites Feld. Das nur als erste Gedanken dazu.

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    • 25. Juli 2018 um 21:56
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      Noch als Nachtrag zu dem Kommentar. Mir wurde berichtet, dass Ole gesagt habe, man müsse nicht studieren, seine Überlieferung und er als Lehrer würden ausreichen. Solch eine Aussage halte ich für fatal. Nicht nur weil Ole dann der absolute Herrscher über das vermittelte Wissen ist, sondern vor allem, weil fundiertes Wissen im Dharma essenziell für die Praxis des Dharma ist. Nachfolgend füge ich mal einen Auszug zu Stolz aus den Schriften (Lorig) ein. Wer das liest und darüber nachdenkt – vor allem die praktischen Implikationen auf die Schulung des Geistes – wird vielleicht leichter verstehen, warum eine solche Aussage von Ole regelrecht gefährlich für die Praxis ist. Im schlimmsten Fall gedeihen nämlich die Klesha nur so im Geist und man bekommt es nicht mal mit. Wie eben zB Stolz, eine der 6 Wurzelverblendungen.

      Stolz (skt.: mana; tib.: nga rgyal)

      Das Abhidharmasamuccaya sagt:

      Frage: Was ist Stolz?
      Antwort: Sie ist ein Aufgeblasensein des Geistes in Abhängigkeit der Sichtweise der vergänglichen Ansammlung. Sie hat die Funktion Nicht-Respekt und Leiden zu unterstützen.

      Yeshe Gyaltsen:

      Sie ist ein mentaler Faktor, der den Aspekt einer Aufgeblasenheit des Geistes hat, basierend auf der Beobachtung der Basis von Aufgeblasenheit – des eignen Reichtums, Qualitäten, usw.

      Je Tsongkhapa sagt im Lam Rim Chen Mo („Die große Darlegung der Stufen des Pfades“):

      Stolz gründet sich auf der Sichtweise der vergänglichen Ansammlung und ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, basierend auf der Beobachtung äußerer und innerer Phänomene die niedrig oder hoch, gut oder schlecht sind; sie bringt den Aspekt des Hochmutes mit sich.

      Jede Art von Stolz entsteht in Abhängigkeit der angeborenen falschen Vorstellung vom Selbst. Stolz wird in sieben Arten unterteilt:

      1. Stolz
      2. Stolz des Übertreffens
      3. Stolz jenseits des Stolzes
      4. Stolz des Denkens „Ich“
      5. Stolz der Eitelkeit
      6. Stolz der leichten Unterlegenheit
      7. falscher Stolz
      1. „Stolz“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man höher gegenüber niedrigeren Personen ist.
      2. „Stolz des Übertreffens“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man höher gegenüber Gleichen ist.
      3. „Stolz jenseits des Stolzes“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man selbst gegenüber höheren Personen weitaus großartiger ist.
      4. „Stolz des Denkens ‚Ich'“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, ‚Ich‘ innerhalb des Beobachtens der angenommenen Aggregate.
      5. „Stolz der Eitelkeit“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man etwas erlangt hat, dass man nicht erlangt hat.
      6. „Stolz der leichten Unterlegenheit“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man selbst nur ganz gering niedriger ist gegenüber denen, die in Wirklichkeit weitaus höher [überlegener] sind.
      7. „falscher Stolz“ ist eine Aufgeblasenheit des Geistes, die denkt, dass man exzellente Qualitäten erlangt hat, obwohl man in Wirklichkeit völlig irregeleitet ist. Ein Beispiel dafür ist der Dünkel darüber exzellente Qualitäten erlangt zu haben, während man man in Wirklichkeit von einem Geist besessen ist. Auch die Schriften der Disziplin sagen: „stolz zu werden auf das, was in Wirklichkeit ein Zweig der Schande [Scham] ist …“ Dies wäre zum Beispiel eine ordinierte Person, die die festgelegten Grenzen der Vinaya vernachlässigt hat, so als wäre sie eine Laienperson, und dann dünkelhaft denkt, sie würde anderen nutzen obwohl sie aus Anhaftung an Besitz und Ehre gehandelt hat.

      Diese sieben Definitionen entsprechen der „Schatzkammer des Wissens“ (Abhidharmakosha) von Vasubandhu. „Die Kostbare Girlande“ von Nagarjuna gibt eine leicht unterschiedliche Erklärung (Verse 5.6cd-12).

      Stolz hat die Funktion, jede neue Erlangung des Dharmas der Schriften und Realisationen zu verschleiern wegen des Nicht-Respekts gegenüber jenen, die exzellente Qualitäten besitzen. Er verursacht niedere Geburt in zukünftigen Leben, und selbst, wenn man als Mensch geboren wird, wirkt er als Ursache für eine Geburt in niedriger sozialer Stellung, wie z.B. als Diener usw. Stolz erzeugt also unerfreuliches in diesem und zukünftigen Leben.

      „Die Kostbare Girlande“ [von Nagarjuna] (Verse 1.17cd-18) sagt:

      Durch Aufgeblasen sein kommt eine schlechte Abstammung,
      Durch Eifersucht geringe Größe.

      Durch Wut kommt ein verfärbtes Gesicht, und
      Durch das Nichtbefragen von Weisen Dummheit.
      Dies sind die Resultate für Menschen,
      Aber all diesen geht eine niedere Geburt voraus.

      „Die Stufen des Pfades zur Erleuchtung“ sagen:

      Da Stolz das größte Hindernis ist, um den Pfad in diesem Leben zu entwickeln und da Stolz eine Ursache ist ein Diener usw. in zukünftigen Leben zu werden, gib ihn auf.

      (aus Yeshe Gyaltsen’s Lorig)

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  • 26. Juli 2018 um 11:34
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    Viel las ich auch über diese unheilsamen Strukturen in der Rigpa-Sangha. Ich frage mich oft, warum das bei der Ole-Sangha keiner sieht, bzw. da eher wenig Negatives kommt von ehemaligen Schülern. Vielleicht weil es einem immer als Schwäche untergejubelt wird, wenn man ihn in Frage stellt. Das funktioniert dort sehr gut durch Suggestion. Es ist immer die eigene Wahrnehmung, die als falsch angesehen wird und der Gedanke, das alles im eigenen Geist geschieht wird finde ich dafür als Argument missbraucht. Der Schüler projeziert das Unreine in den Lehrer. Der Lehrer ist aber unangreifbar und perfekt und kann tun was er will. Gegen diese Argumentation anzustehen ist genauso schwer wie mit Verschwörungstheoretikern zu diskutieren. Ich fand da den Artikel über die Kommunikationsstrategien sehr gut. Da habe ich viel gefunden, von dem ich denke, dass es auch innerhalb der Gruppe angewandt wird.

    Ich glaube was Ole immer geschützt hat, war dass seine Absicht tatsächlich gut ist. Er will den Wesen wirklich helfen und kommt gar nicht auf die Idee, dass er bei manchen auch schaden könnte.

    Auch ist ihm denke ich die Aufgabe irgendwann entglitten, weil die Gruppe so groß wurde. Ich habe das ja erlebt, wie plötzlich aus 200 Leuten 2000 wurden innerhalb von nicht einmal 10 Jahren. Da hat er wohl die Übersicht verloren, zu wem er da eigentlich spricht. Er spricht heute ja noch so, als würde er bei den Leuten im Wohnzimmer sitzen. Nur ist da inzwischen auch niemand mehr, der widerspricht. Und Ole klang zumindest 2011 für mich wie eine Schallplatte. Er spult seit 40 Jahren das gleiche Programm ab und es hat sich so in seinem Kopf festgesetzt, dass er es gar nicht mehr hinterfragt. Und seine Schüler widersprechen nicht, weil sie seit 40Jahren das selbe hören und diese Worte inzwischen ihre Wirklichkeit wurden.

    Jedoch das ständige Wiederholen, egal ob buddhistischer Inhalt oder Islam macht natürlich ganz entscheidend auch etwas mit dem Zuhörer. Ich hinterfragte es irgendwann selbst nicht mehr, oder habe es von vornherein nicht und denke man wird dadurch suggestiv einer Hirnwäsche unterzogen. Da half mir auch der Hinweis nicht, dass man immer prüfen soll. Was Ole, das möchte ich fairerweise sagen, immer gesagt hat. Doch wie könnten seine Worte fehlerhaft sein, wenn ich die reine Sicht halten soll. In bestimmten Bereichen überlege ich heute noch, ob das was ich weiß von für mich authentischeren Lehrern stammt, oder Oles Art des Dharma. Die reine Sicht auf den Lehrer halten ist ein gutes Beispiel. Da gibt es so vieles, was sich später als nicht ganz wahr herausgestellt hat. Was schwieriger war für mich aufzudröseln, als wenn es nur falsch gewesen wäre.

    Was bei seinen Schülern dadurch aber auch entstehen kann ist eine gewisse Paranoia. Man muss ja dauernd beweisen, dass man die reine Sicht hält und glücklich ist. Wenn man Zweifel hat wird das unterdrückt und weggedrückt. Ist da aber jemand, der diese freilegt und hinterfragt, wird er sofort als Gefahr wahrgenommen. So kenne ich das zumindest bei mir. Man überlegt dann sehr genau, wen man überhaupt an sich heran lässt und wird allen Außenstehenden gegenüber misstrauisch. Das stärkt wiederum das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe enorm. Aber damit das funktioniert braucht man einen Feind im Außen, sonst würde diese ganze misstrauische Energie sich in die Gruppe lenken. Das ist meine Überlegung dazu, warum ich mich so auf den Islam eingeschossen hatte.

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    • 26. Juli 2018 um 12:03
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      Danke Stephanie für die Einsichten. Ich wusste nicht, dass das mental hier ähnlich abläuft wie in den Gruppen wo ich war (Ganden Tashi Choeling / Lama Dechen und Neue Kadampa Tradition / Geshe Kelsang Gyatso). Bei Rigpa und Shambhala gibt es sicher ganz ähnliche Muster, die alle auf dem Vajrayana Konzept der Reinen Sicht basieren.

      Für Neu-Interessierte, eher Uninformierte, nicht gut ausgebildete Schüler ist das einfach kreuzgefährlich, weil es die Wahrnehmung tatsächlich vorhandener Fehler, die der Lehrer wirklich hat, unterdrückt, die eigene Wahrnehmung als unzuverlässig erscheinen lässt, zu Selbstmanipulation führen kann und in der Gruppendynamik zu einer kollektiver Verzerrung der Wirklichkeit. Der resultierenden kognitiven Dissonanz, hervorgegangen aus dem Spannungsfeld des vorgestellten Ideal eines erwachten Lehrers und der Realität, das er dann doch nicht so erwacht oder ideal sondern auch ein Mensch mit Fehlern ist, wird sich dann nicht konstruktiv-auflösend gestellt, sondern mittels der Reinen Sicht, werden die Schattenseiten und Fehler des Lehrers geleugnet, als Projektionen des eigenen „unreinen Geistes“ wegerklärt und eine Parallelwelt zur wirklichen Welt erzeugt, in der alle Fehler immer beim Schüler liegen und der Lehrer unangreifbar „rein“ über allem thront. Diese verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit wird dann kollektiv aufrechterhalten und wer dazu gehören will, kein Ausgeschlossener sein will, beugt sich dann dieser Sicht oder wird ermahnt, Zweifel – die dann als unheilsam und großes Hindernis erklärt werden – abzulegen und „Vertrauen“ zu haben. Und natürlich, weil kein Wissen vorhanden ist, keine gute Ausbildung, kein Studium, wissen die Schüler nicht, dass Zweifel durchaus angemessen sein können und Vertrauen sich auf tatsächlich vorhandene Qualitäten beziehen sollte. (Es wird noch komplexer in Verbindung der drei Fahrzeuge… aber Vajaryana fusst ja in und auf den Grundlagen und die sind wohl bei den meisten Ole Schülern völlig unbekannt, so dass Begriffe und deren Bedeutungen wie „Vertrauen“, „Zweifel“, „Reine Sicht“, „Guru Yoga“ potenziell oberflächlich verstanden werden und der Selbstmanipulation der Schüler oder der Manipulation der Gruppenwirklichkeit dienen können. Umso fataler ist es, dass Ole ausgesagt haben soll, man bräuchte nicht studieren, denn was er sagt und seine Linie seien ausreichend.)

      Soweit mir nun bekannt, auch wenn der Guru Yoga auf den 16. oder 8. Karmapa ist, gibt Ole Erlaubnis, wenn seine Schüler keine Beziehung zum 16. Karmapa haben, Guru Yoga mit Ole als zentralem Guru zu machen. Über Ole dann als Buddha (Vajradhara) zu meditieren, verstärkt dann die oben beschriebenen (möglichen) Mechanismen.

      Die Reine Sicht auf den Lehrer zu halten ist, so wurde mir berichtet, „der Grundpfeiler auf dem der Diamantweg steht.“

      In Bezug auf die Wiederholungen, die nicht mehr hinterfragt werden, aus dem Deutschunterricht fällt mir zur Textanalyse ein: „Wiederholung bewirkt Verstärkung“. Dasselbe immer wieder zu wiederholen, kann einen Aufruf zum Prüfen eher obsolet oder zum Feigenblatt machen. Das kritische Hinterfragen müsste zudem vorgelebt werden und am besten, beim sich selbst Hinterfragen angefangen. Ich vermute, oberflächliches Verständnis, Wunsch der Bindung der Leute an den Diamantweg („Rekrutierung“) und Halten der Leute in der Gruppe, ein Mangel an Differenzierung verbunden mit einfachen schwarz-weiß Bildern, Identifizierung mit Anführer und Gruppe, Elitedenken und Sektierertum bringen ähnliche sektenähnliche Dynamiken hervor, wie ich sie in 2 buddhistischen Gruppen erlebte, die ich ganz klar als „Sekte“ bezeichne (was ich bisher in Bezug auf den DW nicht getan habe). Bei sog. „Sekten“ ist man immer im Bereich der Unschärfe. Es ist alles halb wahr, nicht total falsch aber auch nicht 100% richtig, sondern leicht oder grob verdreht. Die (scheinbar) gute Motivation der Leute – die ja wirklich etwas Gutes für einen wollen – macht es zusätzlich schwer, das Ganze kritisch zu hinterfragen. (Ich schreibe „scheinbar“, denn falls die Motivation auf Sektierertum basiert: wir die Besten und die Guten, die anderen nicht so, ist keine wirkliche Motivation, die sich am Wohl und den Kapazitäten der anderen orientiert sondern eher egoistisch oder narzisstisch. Eine sektiererische Rektrutierungsmotivation wurzelt letztlich in Anhaftung, Aversion, Stolz und Egoismus und nicht in Weisheit und Mitgefühl.)

      Nun werden mir langsam die inner-psychologischen Dynamiken und Sichtweisen klar, auf dem das Modell der Diamantweg Bewegung gründet. Einiges was ich bisher nicht verstand, wird mir nun klarer.

      In jeden Fall danke für das Teilen dieser Einsichten, Stephanie!

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  • 8. August 2018 um 12:21
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    Es gibt mehrere Updates:

    Recherchen zweier Journalisten führten zu einem längeren, kritischen Artikel zu Ole Nydahl im Zusammenhang mit von ihm neu gemachten Aussagen während des gegenwärtigen Sommerkurses im Europazentrum des Diamantwegs in Immenstadt.

    Details:
    https://m.augsburger-allgemeine.de/bayern/Wie-ein-buddhistischer-Populist-Tausende-ins-Allgaeu-lockt-id51832616.html

    Die Aussage, die Nydahl getroffen haben soll: „Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe.“ führt zu Entsetzen lokaler Politiker:

    LAMA LÖST EMPÖRUNG AUS

    Reaktionen: Oberallgäuer Politiker sind über islamfeindliche und rechtspopulistische Aussagen entsetzt und fordern eine Prüfung, ob es sich um strafbare Volksverhetzung handelt. Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein…

    Details:
    https://www.pressreader.com/germany/allgäuer-zeitung-kempter-tagblatt/20180808/281505047041329

    In einer Pressemeldung heißt es:

    Immenstadt (Lkr. Oberallgäu): Die Staatsanwaltschaft Kempten hat Ermittlungen gegen den Buddhisten-Prediger Lama Ole Nydahl eingeleitet. Grund ist die Aussage des Vertreters des Diamantweg-Buddhismus vor mehr als 1.000 Zuschauern: „Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe.“ Bei einem Sommerkurs im Europazentrum der Diamantweg-Buddhisten in Immenstadt hatte sich der 77-Jährige Nydahl außerdem mehrfach abfällig über den Islam geäußert und rechte politische Bewegungen gelobt. Man „überprüfe derzeit die strafrechtliche Relevanz“ der Äußerungen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten, Susanne Fritzsche, dem Bayerischen Rundfunk.

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  • 11. August 2018 um 14:11
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    Endlich passiert etwas! Ein „Freund“ aus der Sangha in Luzern (CH) hat mich vor ein paar Jahren darauf hingewiesen schön zu schweigen, bzw. auf meine Frage die ich stellen wollte im EC vor circa 3000 Leuten, was Karmapa zu Ole’s islamfeindlichen Äusserungen meint, hat dieser „Freund“ zuerst gefragt warum ich Ole diskreditieren will und anschliessend erklärt weshalb Flüchtlinge mit ihrem Karma besser dort bleiben wo sie sind (!) Ich erklärte ihm wie gefährlich es ist, wenn es Ole Schlüler gibt, die seine Worte eins zu eins übernehmen und quasi nicht selber denken sonder nur folgen. Da war seine Antwort, diese Leute können wir hier sowieso nicht gebrauchen, die bleiben am besten gleich weg. Dabei gibt es soviele Schüler, die nur das machen was Ole sagt, für fast jede Entscheidung Ole fragen… (!) Mein Vertrauen war zutiefst erschüttert. Fassungslos habe ich den Kurs verlassen und bin anschliessend sofort ausgetreten.

    Es ist höchste Zeit das hingeschaut wird!

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  • 12. August 2018 um 13:42
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    Ich war hier in der letzten Zeit als stiller Mitleser unterwegs, habe jetzt aber doch eine Frage aus Anlaß von Claudias Posting? Welcher Karmapa? Mein Wissen beschränkt sich leider auf die englischen und deutschen WP-Artikel zum Thema. Tenzin, auch wenn ich ahne, dass das ganze zu weit führen wird, aber könntest Du bei Gelegenheit dazu vielleicht doch etwas schreiben?
    Danke!

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  • 17. August 2018 um 09:14
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    Liebe Stephanie, Danke für das Teilen Deiner Erfahrungen mit Ole Nydahl und der Sangha. Schön zu lesen, dass es Dir gelingt den Lama und seine Arbeit zu schätzen, obwohl Du eine für Dich angenehmere „Heimat“ gefunden hast.
    Möchte gerne ergänzend erwähnen, dass die Vielzahl der Migranten in unserem Land bei mir keine Angst auslösen. Es könnte nach deinem Bericht der Eindruck entstehen, wir, die SchülerInnen von Lama Ole, hätten wegen großer Ängste eine kritische Haltung zum Islam. Nun ist es ja so, dass nicht alle Menschen, die sich im Diamantweg zu Hause fühlen die gleiche politische Meinung haben. Schön zu lesen, dass Du Migranten, die dazu bereit sind, Deutsch beibringen kannst. Sicherlich eine sinnvolle Aufgabe. Meinst Du, dass Ole diese Tätigkeit nicht schätzt? Ich habe viele Jahre auch mit Moslems gearbeitet und nicht zuletzt in dieser Zeit eine klare Haltung zum Islam entwickelt. Zu glauben, dass dieses eine friedliche Religion sein, greift m.E. viel zu kurz. Der sogenannte „Hassprediger“ ist doch eher die Regel als die Ausnahme. Möchtest Du als Frau in einem Land leben, wo die Scharia das Gesetz ist? Möchtest Du nicht die Freiheit der Frauen, nicht zuletzt der Frauen, die vor dem Islam geflohen sind, schützen? Sollte dem so sein, dann verfolgst Du doch ähnliche Ziele wie dein Zufluchtslama. Mögest Du weiterhin freudvoll deinen Weg gehen!

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