Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

Lama Ole Nydahl, Gründer und Kopf der Diamantweg-Buddhismus-Bewegung, fällt seit Jahrzehnten durch rassistische Äußerungen auf. Nicht erst durch den gesellschaftspolitischen Diskurs zur Flüchtlingsfrage, der uns in den vergangenen Jahren und aktuell intensiv beschäftigt, erhalten diese Äußerungen besondere Brisanz. Es ist immerhin ein buddhistischer Lehrer, der sich so äußert. Und er tut es öffentlich, in Vorträgen vor Tausenden Leuten, in Interviews für Medien mit enormer Reichweite. Viele Gruppen in der Gesellschaft haben sich gegenüber diesem Thema längst deutlich abgegrenzt – gegen Hass und Hetze. Etwa die christlichen Kirchen in Deutschland. Nur die DBU, die Deutsche Buddhistische Union, sieht sich bisher nicht in der Lage, eindeutig gegen die rassistischen Ausfälle des Kopfs eines ihrer Mitgliedgemeinschaften Stellung zu beziehen.

Die Geschichte bedenklicher Äußerungen Nydahls ist lang. So bescheinigte bereits 1996 ein von der DBU erstelltes Gutachten Ole Nydahl rassistische und nationalistische Aussagen. Es sollen sich laut diesem Gutachten in seinem Buch „Über alle Grenzen“ unter anderem folgende Passagen befinden oder befunden haben:

Fragte ich Weiße über die Stellung der Schwarzen aus, so sagten sie, daß die Europäer zuerst in das Land gekommen seien, was wohl geschichtlich stimmt. (…) Außerdem gehe es den Schwarzen in Südafrika besser als irgendwo sonst, was man auch sehen könne. Einige sagten sogar, daß das größte Verbrechen des weißen Mannes den Farbigen gegenüber sei, ihnen Penizillin ohne Verhütungsmittel gegeben zu haben. Dadurch würde die Überbevölkerung in so schönen Ländern wie diesem immer schlimmer. (…) Weiße Hautfarbe bedeutet überall auf der Welt höheren Rang – auch wenn es wenige zu sagen wagen.

Die Frauen in Rußland haben durchschnittlich sechs Abtreibungen, und es müßte möglich sein, diese Kinder an westliche Familien zu vermitteln. (…) Da die Kinder genetisch gesehen eigentlich europäisch sind, würden sie in westlichen Leistungsgesellschaften mithalten können.

Lama Ole Nydahl
Lama Ole Nydahl | (CC BY-SA 2.0)

Aber blicken wir in die Zweitausenderjahre, in die jüngste Vergangenheit also: Anfang 2016 sitzt eine junge Frau vor dem Fernseher, um den Livestream des Deutschlandtreffens des Diamantweg-Buddhismus anzusehen. Ihr Freund, ein Nydahl-Anhänger, hat sie darum gebeten. Was sie sieht und hört, schildert sie später so:

Da wurde nach der Haltung des Lamas zu Flüchtlingen gefragt und was wir in Deutschland tun können. Ich habe es zunächst als Provokation verstanden und als unangemessenen Scherz, aber dieser Mann empfiehlt seinen Zuhörern tatsächlich die Partei ‚Alternative für Deutschland‘ zu wählen, da Frau Merkel ja (…) [aufgrund juristischer Angriffe Nydahls auf diverse Blogger, darf nicht zitiert werden, was die Zeugin noch erinnerte, gehört zu haben – dazu später mehr in diesem Artikel].

Schockiert von diesen fremdenfeindlichen Aussagen schreibt sie der DBU eine E-Mail und bittet den Rat und den Vorsitzenden des Rats Gunnar Gantzhorn: „Mich interessiert sehr, wie Sie (verschiedene Verantwortliche der Buddhisten im Deutschland) zu diesem Thema stehen. Wenn möglich, bitte ich um eine öffentliche Stellungnahme.“ Doch die Stellungnahme bleibt aus. Die Frau kann sich nicht erinnern, eine Antwort erhalten zu haben oder wenn, sei diese „nur kurz“ und nicht „nachhaltig“ gewesen.

Beim selben Treffen äußert Nydahl in einem Interview mit der Nordhessenrundschau unaufgefordert:

Und ich bin ja so froh, dass in unseren Gemeinden auch, dass immer wieder Leute Kinder kriegen, nech? Damit wir mit den fremden Einflüssen, die in unsere Länder kommen, nech, damit wir etwas haben, das demokratisch erzogen wurde, nech? Und worauf wir bauen können, nech? Würd‘ nicht sagen, von welcher Religion und welchem Volk ich rede, nech, aber das hier sind unsere, nech, die werden ein gutes Gegengewicht dazu sein.

Auf die nachfolgende Frage der Journalistin: „Was sagen Sie Ihren Schülern zu den Terroranschlägen, der jüngste in Brüssel?“, antwortet der Lama dann:

(…) Ein großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben. Die Leute hätten einfach nur den Koran lesen müssen und verstehen müssen (…) dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt sogar. (lacht)

Die Reaktion auf diese völlig undifferenzierte und menschenfeindliche Äußerung aus dem Munde eines buddhistischen Lehrers: tiefe Empörung. In zahlreichen Schreiben von DBU-Mitgliedern, darunter auch Dharma-Lehrer, werden der Rat der DBU und ihr erster Vorsitzender Gantzhorn aufgefordert, sich hier zu distanzieren oder einen eigenen Standpunkt zum Thema Flüchtlinge und das Verhältnis des Buddhismus zum Islam zu erarbeiten und zu kommunizieren. Nichts passiert.

In einer Klarstellung Nydahls heißt es später lapidar: „… daß ich keineswegs so verstanden werden möchte, als würde ich nicht Menschen aus Lebensgefahr retten oder sie gar ertrinken lassen wollen. (…) Ich bin Däne und bin mit meinem Deutsch anscheinend missverstanden worden.“ Wie er denn verstanden werden wollte, bleibt offen. Vor dem Hintergrund seiner rassistischen Äußerungen, die er seit Jahrzenten macht, ist seine Erklärung vollkommen unglaubwürdig.

Die Mitgliederversammlung der DBU im April 2016 sollte nun der Ort sein, an dem einige kritische Geister über die Entgleisungen Nydahls sprechen wollten. Man wünschte sich, dass der Rat der DBU öffentlich Stellung nimmt, sich von diesen skandalösen Äußerungen Nydals über Flüchtlinge distanziert und seine grundsätzliche Bereitschaft zu Toleranz und Dialog gegenüber Muslimen und dem Islam bestätigt. Es gehe letztlich aber auch um weit mehr als „nur“ um die Islamophobie bei Nydahl,

sondern um sein Polarisieren, um die Verächtlichmachung anderer – vor 20 Jahren waren ja auch Menschen aus Osteuropa, Sinti und Roma, sehr stark in seinem Fokus –, um eine mehr als fragwürdige, sicherlich nicht buddhistisch zu nennende ethische Haltung, um eine ebenfalls mehr als fragwürdige, sexistische Haltung Frauen gegenüber und um die Sektenstrukturen dieser Gruppierung,

stellt eine Teilnehmerin an der Mitgliederversammlung klar. Zu einer Debatte über all das kam es jedoch nicht. Die besagten kritischen Geister waren schlecht vorbereitet, es waren im Vorfeld keine Anträge zur Tagesordnung eingebracht worden, und es herrschte allgemein „ein großes Bedürfnis der meisten nach einer ‚harmonischen‘ Tagung“, so die Teilnehmerin weiter.

Beim Osterkurs des Diamantwegs 2017 ist Nydahl dann wieder in Bestform und parliert, die Muslime wollten den Frauen im Namen des Islam den Kitzler abschneiden. Alle Muslime, die da kämen, seien ungebildet. Syrer könne man eventuell schon einige ins Land lassen, Afghanen aber nicht. Eine Fragestellerin, die darauf hinweist, dass dies undifferenziert sei, und um Klärung bittet, wird lächerlich gemacht. Nydahl ordnet an, ihr das Mikrofon wegzunehmen.

Im Herbst 2017 fragte ein buddhistischer Mönch Gunnar Gantzhorn in einem Telefonat, warum die DBU nicht wenigstens eine allgemein gehaltene Stellungnahme zu den Themen Flüchtlinge und der Beziehung des Buddhismus zum Islam und Gewalt gegen Muslime abgeben wolle, wenn sie schon nicht explizit Aussagen Nydahls verurteilen will. Das sei zu arbeitsaufwendig und kompliziert, so die lakonische Antwort.

Im Januar 2018 wird der Lama vom Westdeutschen Rundfunkt interviewt. Nydahl sagt:

Wir mögen die Muslims überhaupt nicht. Also, was sie machen und das Ganze, all das Humorlose und die unterdrückten Frauen und die beschnittenen Frauen, nicht? Kein Klitoris und all das … was da passiert und all das, nicht? Das ist furchtbar.

Die brutale Vertreibung von Muslimen durch Buddhisten in Myanmar mochte er auch auf direktes Nachhaken des Moderators partout nicht verurteilen, stattdessen verteidigt er die Gewalttäter, sie seien auch nur Menschen und spricht davon, dass es „kräftig inszeniert ist wie von den Moslems“.

Einen Monat später findet in Hannover eine christlich-buddhistische Dialogtagung statt, eine Kooperation der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) und der DBU. Es sollte laut Einladung über die Frage gesprochen werden: „Was macht glücklich?“. Vonseiten der DBU ist auch ein Diamantwegvertreter und Schüler Nydahls aus Österreich mit dabei: Dr. Klaus Kaltenbrunner. Er wandte sich im Laufe des samstäglichen Podiumsgesprächs „Glück als Weltverantwortung“ mit der Forderung an die Christen, wieder „wehrhaft“ zu werden, „so wie sie es früher“ getan hätten. „Da waren sie [die Christen] besser als heute.“ Und er ergänzte, dass, wenn Worte nicht mehr nützen, man eben „kämpfen“ müsse. Es soll in diesem Zusammenhang ebenfalls der Begriff „Schwert“ gefallen sein. Auch wenn Kaltenbrunner explizit den Islam nicht erwähnte, war den Zuhörern klar, dass dies auf den Islam abzielte und eine Aufforderung zu Gewalt gegenüber Muslimen assoziierte. Drei Zuhörer widersprechen vehement. Darunter Zen-Meisterin Dagmar Doko Waskönig und Jörg Lindner, den deutsche Buddhisten als Teilnehmer der DBU-AG zur sprachlichen Überarbeitung des „Buddhistischen Bekenntnisses“ kennen. Lindner äußert sich unmittelbar nach Doko Waskönig: „Ich bin immer noch entsetzt und erschüttert über die angedeutete Aufforderung des Referenten Kaltenbrunner gegenüber Muslimen Gewalt anzuwenden.“ Gunnar Gantzhorn, erster Vorsitzender des Rats der DBU und Dr. Martin Ramstedt, in der DBU zuständig für den interreligiösen Dialog, sind ebenfalls zugegen. Sie widersprechen nicht.

Erst vor wenigen Tagen tauchte nun ein Foto Nydahls auf. Es stammt aus dem Jahr 2014 und zeigt den Vorstandsvorsitzenden der „Buddhismus Stiftung Diamantweg”, Ole Nydahl, wie er zusammen mit einem Vorstandsmitglied dieser Stiftung, Tomek Lehnert, den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders trifft. Zu sehen ist, wie Lehnert Wilders die Hand schüttelt und Nydahl mit Demutsgeste eine Visitenkarte bereithält, wohl um sie Wilders zu überreichen. Mit auf dem Bild zwei weitere bekannte skandinavische Rechtspopulisten, Lars Hedegaard (3.v.l.) und Nicolai Sennels (hinter Wilders, blaues Hemd), Schüler von Nydahl und Anführer der dänischen Pegida.

Zu alldem schweigt die DBU bzw. der Rat der DBU beharrlich. Mehr noch. Der erste Vorsitzende und Sprecher des Rats, Gunnar Gantzhorn, ergreift Partei für den Diamantweg. Als sich der Diamantweg sein Europazentrum in Immenstadt im Allgäu baut, ignoriert er Bauvorschriften und Naturschutzauflagen. Man planiert widerrechtlich etwa 10.000 mGrund inmitten des Naturschutzgebiets. Dabei werden u. a. zwei Biotope vernichtet. Und statt der angekündigten und zunächst genehmigten maximal 2.000 Teilnehmer reisen heute zu Veranstaltungen ein Vielfaches an Nydahl-Anhängern an, sorgen für nächtliche Ruhestörungen sowie weitere Umweltschäden. Jan Weber, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der ausführenden Diamantwegstiftung, soll im Zusammenhang mit dem Ausbau sinngemäß gesagt haben, dass man hier das mache, was der Diamantweg schon immer machen wollte. Verzweifelt wenden sich der Vorsitzende des örtlichen Naturschutzbunds sowie einige verstörte Anwohner per E-Mail an den ersten Vorsitzenden der DBU Gantzhorn. In seiner Antwortmail lobt Gunnar Gantzhorn lediglich die gelungene architektonische Leistung beim Ausbau, meint, dass die Probleme mit den Kursteilnehmern ja wohl nicht so schlimm seien, um dann zu Lobgesängen auf die Karma-Kagyü-Tradition überzugehen. Die Anwohner dürfen froh sein, dass im Europazentrum in Immenstadt auch mal ein Besuch des 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje zu erwarten sei, was einem Papstbesuch gleichkäme. Es folgt dann noch eine offensive Verteidigung der Person und des Wirkens Ole Nydahls inkl. diffamierender Bemerkungen über Kritiker dieser buddhistischen Schulrichtung. Die erhoffte Hilfe von der DBU bleibt aus.

Während der Rat der DBU schweigt oder aktiv Nydahl und den Diamantweg gegen Kritik verteidigt, nimmt Rechtsanwalt Weber im Verlaufe des Jahres 2017 mehrere Blogger im Auftrag Nydahls juristisch aufs Korn. Er verklagt sie, weil sie Kritisches zu Nydahl oder der Diamantweg-Bewegung berichten – u.a. geht es um die Schilderungen der eingangs zitierten Frau. Unter den Angegriffenen ist ein buddhistischer Mönch. Der wendet sich nach Drängen anderer Buddhisten mit der Bitte um Vermittlung an den Rat der DBU. Der Rat hört hierzu aber offenbar nur einseitig dem Diamantweg zu, verbreitet tendenziöse Informationen und leitet vertrauliche Dokumente, die der Mönch dem Rat zur Verfügung gestellt hatte, an den Diamantweg weiter. Der Diamantweg verwendet diese später vor Gericht gegen den Mönch. Ein ungeheurer Vorgang. E-Mails an den Rat in dieser Sache werden bis heute nicht beantwortet.

Es ist ein deutliches Muster erkennbar: Die DBU grenzt sich nicht nur nicht von den Machenschaften des Diamantwegs ab. Sie ergreift – vor allem auch in Person des ersten Vorsitzenden Gantzhorn – einseitig Partei für eine mindestens rechtspopulistische Gruppe innerhalb der DBU, die neben ihrer zweifelhaften politischen Ausrichtung offenbar auch sonst nicht gewillt ist, sich an Regeln zu halten. Zu besichtigen in Immenstadt.

Ist es einfach Unprofessionalität und Überforderung der allesamt ehrenamtlich tätigen Räte der DBU? Oder hat der Diamantweg in der DBU bereits das Sagen? Das jedenfalls behauptet eine Diamantwegaussteigerin vor wenigen Tagen in einem Blog-Artikel. Sie unterstellt, die DBU sei „mitgehangen, mitgefangen“ bereits Teil eines rechtsextremistischen Netzwerks. Plötzlich ist die Aufregung groß. Aber mal ehrlich, wenn man sich jahrelang zu rechten Parolen aus den eigenen Reihen nicht abgrenzt, muss man sich nicht wundern, wenn man sich in der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich in derselben Ecke wiederfindet, in der sich die Parolenschreier eingerichtet haben. Die unterstellte Verstrickung ist die direkte Folge des fortgesetzten Schweigens der DBU und der einseitigen Parteinahme für diese Schreihälse.

Ein Nydahl-Schüler unkte bereits in einem Kommentar auf dem Blog von „Ursache & Wirkung“:

In der DBU war das weitaus größte Mitgliedsteil, die Stiftung Diamantweg, lange wegen der klaren Islamkritik von Ole Nydahl isoliert. Seit zwei Jahren ist das nicht mehr so, denn die Berechtigung der Kritik, dass der Islam den Menschen nicht befreit, sondern unterwirft, wird mehr und mehr erkannt.

Die DBU will eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werden, mitreden und sich bei gesellschaftlichen Themen mit buddhistischen Standpunkten einbringen. Hier haben wir große gesellschaftliche Themen. Doch die DBU schweigt und überlässt sie Nydahl, der auf seine Weise auf Fragen zu Flüchtlingen und dem Islam antwortet und auch gern ungefragt agitiert – abgesehen von den vielen Entgleisungen, die im vorliegenden Artikel nur angerissen werden konnten.

Der Buddhismus in Deutschland ist auf dem besten Weg, seinen Status als friedliche Religion zu verlieren. Ole Nydahl und andere Lehrer stellen für uns Buddhisten mittlerweile die größte Gefahr dar. Sie ruinieren das gutes Ansehen des Buddhismus im Westen. Dem können wir nur begegnen, wenn wir aufhören, Missstände in den eigenen Reihen totzuschweigen. Man erinnere sich an die katholische Kirche, die jahrelang genau das versucht hat. Im Ergebnis hat ihr dieses Vorgehen später umso mehr geschadet.

Was wünschen sich die Mitgliedsgemeinschaften und Einzelmitglieder von der DBU? Eine klare Abgrenzung zu Hass und Hetze oder Parteinahme für den Diamantweg?
Wollen die Mitgliedsgemeinschaften und Einzelmitglieder der DBU ihre politischen Ziele, wie etwa Mitsprache und Anerkennung der Buddhisten in der Gesellschaft verwirklichen, wollen sie das gute Ansehen des Buddhismus als friedliche Religion bewahren? Oder wird am Ende die DBU zu einem Kulturverein von NPD und AFD?

Gastbeitrag von Gustav Toomer
letzte Änderung: 22.04.18 | 22:11 Uhr

Material zu DBU – BUND Immenstadt – Buddhismus Stiftung Diamantweg (Europazentrum)
Hintergrundartikel
Standpunkt
Islamisch-buddhistischer Dialog

Updates April-Juni 2018

Am 09.04.2018 sandte die Deutsche Buddhistische Union eine „Erklärung des Rates der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) zu umstrittenen Äußerungen von Lama Ole Nydahl“ an die DBU Mitgliedsgemeinschaften und ihre Delegierten. In dieser heißt es:

Der Rat der DBU hat in den vergangenen Wochen von verschiedenen Tatsachenbehauptungen und damit verbundenen Vorwürfen gegen Lama Ole Nydahl und den Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD) Kenntnis erhalten, die sich auf öffentliche Äußerungen von Lama Ole Nydahl zu den Themen Zuwanderung und Islam und auf Kontakte zu rechten, fremdenfeindlichen Parteien beziehen.

Der Rat hat sich mit den hierzu entstandenen Fragestellungen auseinandergesetzt, einen Fragenkatalog zusammengestellt und dem BDD mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer Stellungnahme übergeben. Der BDD hat eine zeitnahe Beantwortung der Fragen zugesagt. Der Rat ist aktuell noch darum bemüht, sich ein Bild von der Situation machen, und bereitet eine Stellungnahme vor, die den DBU-Mitgliedsgemeinschaften und ihren Delegierten noch vor der MV zugesandt wird. Sofern eine Stellungnahme des BDD vor der MV vorliegt, wird auch diese versandt. Die Stellungnahmen des Rates und des BDD können dann die Grundlage für eine Aussprache auf der MV zu diesem Thema bilden.

Des Weiteren soll die allgemeine Verfahrensweise bei Beschwerden über Mitgliedsgemeinschaften oder deren Vertreter auf der MV diskutiert werden.

Der Rat wird zu den beiden oben genannten Punkten Änderungsanträge zur Tagesordnung der MV einbringen, um zu diesen Punkten auf der MV Beschlüsse fassen zu können.

Als Maxime des Handelns des Rates der DBU gilt uneingeschränkt: Die DBU steht als traditionsübergreifender Dachverband für die Vielfalt des Buddhismus in Deutschland. Die Mitglieder der DBU sind dem Grundgesetz, der Satzung, dem buddhistischen Bekenntnis und dem Leitbild der DBU verpflichtet.

Der Fragenkatalog des Rates der DBU vom 24.3.18 wurde vom BDD am 22.4.18 beantwortet. Das Antwortschreiben des BDD enthält einige interessante Details und Forderungen; bei näherer Prüfung der Inhalte, stellt es sich jedoch in der Grundtendenz als eine Mischung aus Verdrehung, Auslassung, Herunterspielen, Verleumdung und falschen Behauptungen heraus. Zudem wird ein vollkommener Mangel an Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion offenbar. Der Fragenkatalog des Rates der DBU, das Antwortschreiben des BDD und die Stellungnahme Tenzin Peljors und seiner Anwältin zu den im Antwortschreiben des BDD über ihn gemachten falschen Behauptungen wurden den Delegierten der diesjährigen Mitgliederversammlung der DBU (27.–29.04.18) zugesendet. Diese vier Dokumente können über die Delegierten der Mitgliedsgemeinschaften angefragt werden.

Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

33 Gedanken zu „Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

  • 19. März 2018 um 14:29
    Permalink

    Bereits Anfang der 2000er Jahre war diese doch sehr undifferenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam auf Veranstaltungen von Ole Nydahl höchst auffällig. Aber auf dieser Kennenlernveranstaltung, auf der ich seinerzeit war, war nicht nur das undifferenziert, auch die gemeinsame Abschlußmeditation wird mir in der Oberflächlichkeit ihrer Anleitung in Erinnerung bleiben…

    Undifferenziertheit hin, Undifferenziertheit her, für wichtiger als diese Debatte erachte ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam und eine Folgenabschätzung für die westliche Lebensweise und vor allem für die Lebensweise von gesellschaftlichen wie spirituellen Minderheiten.

    Ich fürchte, islamisch geprägte Mehrheitsgesellschaften werden eher dazu tendieren, ähnlich undifferenziert über Andersgläubige/Ungläubige zu urteilen wie Ohle Nydahl über sie.

    Und ich halte es für verfehlt (jenseits von O.N.) Vorbehalte gegen den Islam automatisiert mit Rassismus gleichzusetzen.

    Die wirklich drängende Frage ist meines Erachtens eher: Wie viel Toleranz wollen wir zugestehen der islamisch geprägten Intoleranz.

    Ich z.B. fühle mich sehr verbunden mit der islamischen Mystik und wir verdanken der islamischen Welt die Überlieferung sehr großer Teile des antiken Wissens und ich bewundere auch, welche Kraft dieses ganzheitliche (man könnte auch totalitäre sagen) Glaubenssystem auf Individuen und Gemeinschaften ausstrahlt, doch stelle ich ebenso fest: Es werden nicht wir sein, die den Muslimen den Weg in einen säkular geprägten, liberalen Islam weisen.

    Der liberale Islam mag unser Wunschbild sein, doch wie verzehrt dieses ist, zeigt sich doch allein schon an dem Zuspruch bzw. Widerstand, den islamische Glaubensgemeinschaften wie die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee erfahren (Frau Seyran Ates steht nicht erst seit gestern unter Polizeischutz).

    Und wie rasch ein laizistischer Staat (Türkei) kippen kann und welche Auswirkungen das dann zeitigt, bekommen wir ja nun täglich in Echtzeit vorgeführt.

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    • 19. März 2018 um 14:46
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      Eine kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Islam (aber auch des Buddhismus, der Religionen, selbst den Wissenschaften etc), die nicht auf Zerrbildern, Feindseligkeit und falschen Informationen beruht, ist auch aus meiner Sicht erwünscht und notwendig. Nur, das was Ole als »Islam-Kritik« absondert ist keine vernünftige Auseinandersetzung. Meiner Meinung nach schürt und bedient er antimuslimische Ressentiments. Alfred Weil sagte 1997, zu diesem Zeitpunkt Sprecher der Deutschen Buddhistischen Union:

      Wir müssen aber gestehen, daß es andere Aussagen Oles gibt, die wir (nach wie vor) nicht akzeptieren können. Dazu einige Stichworte: Was den Islam betrifft, stimmt Oles Auffassung einfach nicht mit den Tatsachen überein. Wer nur etwas differenziert hinschaut, wird den Unterschied zwischen der Religion des Islam und seiner fundamentalistischen und menschenverachtenden Fratze nicht übersehen … Man darf es sich gerade in einer Zeit der Fremdenfeindlichkeit nicht leisten, ein falsches Bild immer wieder nachzuzeichnen und damit dumpfe Ressentiments zu schüren.

      Meines Erachtens ist das Bedienen und Schüren von Ressentiments seitens Nydahls noch wesentlich stärker geworden.

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    • 23. März 2018 um 17:13
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      @Stefan: Ich weiss, was du meinst; die politisch korrekte Zensur der SJWs macht da vieles nur schlimmer, weil man sich da immer so belogen & manipuliert fühlt.
      Allerdings: Ich glaube wir haben da ein kulturelles, nicht religiöses Problem. Deswegen glaube ich nicht, dass Probleme mit primär islamisch geprägten Kontingenten von einer offenen Diskussion religiöser Inhalte zwischen Weltanschauungsvertretern profitieren, selbst intern. Da ist eben jeder mit seiner eignen kleinen Datenbank plus Gefühlen auf seinem eigenen Trip… Genauso wenig hilfreich wäre es die AfD zu verstehen zu suchen, in dem man ‚Mein Kampf‘ studiert.
      De fakto haben die meisten Religionen Schriftgut zur Grundlage, was dem ‚aufgeklärten Mitteleuropäer,‘ salopp gesagt, wie hanebüchener Schwachsinn vorkommt. Aber erst wenn sich frustrierte Kontingente innerhalb dieser Kulturgemeinschaften solche Sachen greifen & zur Axt machen, wird daraus potentiell ein Drama.
      Ergo ist es viel besser diese Sachen als kulturelle Herausforderungen zu betrachten, am besten als vorübergehende, zu einem guten Teil nachvollziehbare, bei denen ein Teil sehr großer, vielschichtiger Gruppen sich, meist für eine bestimmte Zeit, in eine Sorte Opposition zu gesellschaftlichen Werten begibt, die ‚Konflikt‘ auf die Stirn tätowiert haben. Kommt dann das erste Kind & eine mögliche Festanstellung, ist auch das wieder vorüber.
      Tendenziell hat sich eher bewährt, sich an die gut erreichbaren Leute innerhalb solcher fragilen Kulturgemeinschaften zu wenden – meist die, die man sowieso kennt oder mit denen man irgendwas gemeinsam hat, wie die Arbeit, und das Gemeinsame herauszustreichen, so wie auch die eigenen Anteile zu reflektieren. Konkreter: Die allermeisten Muslime in unseren Gesellschaften sind hier mit den normalen guten Absichten einer Jobsuche & entsprechenden Hoffnungen hergekommen. Diese Absicht zählt insofern unter ‚gut‘ als dass sie gewillt ist unter ungewohnten Bedingungen harte Arbeit für eine und in einer fremden Kultur zu leisten. Das ist eine einschüchternde, oft demütigende Situation mit zu vielen Herausforderungen gleichzeitig. ‚Der deutsche Staat‘ hat das nicht so erkannt – ok, der hat ja auch noch andere Sachen zu tun und das sind keine Wählerstimmen – & eine Weile lief das auch gut genug. Irgendwann ist dann aber Zahltag.
      Plötzlich sind da große Gruppen von Leuten mit viel Potential, die kategorisch von den Möglichkeiten dieser Gesellschaft ausgeschlossen sind und das jeden Tag abkriegen. Aber die haben eben andere Möglichkeiten.
      Das alles sind aber nur Anteile von einer Konditionierung, die hauptsächlich in bestimmten Lebensphasen und Konstellationen laut werden. Wie Frust ebenso ist.
      In vieler Hinsicht, für viele Menschen aus dem islamischen Kulturraum, ist ein ganz normales Leben in einer Gruppe von vielen in Deutschland nicht weiter weg als für die durch pädagogische Ideologien verkorksten Kinder ‚bildungsnaher Schichten‘. Familienbewusstsein, klassische Werte, wie Respekt oder echte Wertschätzung von Chancen, sowie die Großstadtkompetenzen des lateralen Denkens und dem breiten Erfahrungsspektrum zwischen verschiedenen Denkansätzen, sind zum Beispiel Vorteile dieser Gruppen. Islam ist dabei gerade so (un)wichtig, wie Christentum für Weihnachten. Das interessiert im Grunde kaum jemand; zur Not tut man mal eben schnell so.
      Das Wichtigste im Umgang mit kulturbedingt gewaltaffinen Gruppen ist es eine großflächige pro-militante/gegengesellschaftliche Solidarisierung unter ihnen zu verhindern. Das darf aber wirklich nicht passieren, denn da geht leicht für Generationen was kaputt. Dafür wiederum ist es das Wichtigste, dass die Meisten von denen erstens zu viel durch pro-Gewalt zu verlieren hätten. Zweitens, im Nachgang, dann noch, dass sie auch eher mit den Werten dieser Gesellschaft durch tatsächlich existierende menschliche Kontakte & Konditionierungen verbunden sind.
      Was den öffentlichen Raum angeht, so ist bzgl den verfehdeten Parteien also eher eine Nachbarschaftsleistung gefragt, als besonders reine Religion oder Politik. Die sind Privatsache. So sind wir zumindest mit Moslems über die letzten tausend Jahre in vielen Settings ganz gut, ich würde sogar sagen, meist zu gegenseitigem Gewinn, ok klargekommen. Und ebenso mit Leuten, die sich plötzlich als ‚rechts‘ einsortiert sehen, weil ihr Häuschen per Zufall neben einem Asylantenheim steht oder ihr Kind auf der Schule in Neukölln ist und nicht, wie die ‚Entscheidungsträger‘ irgendwo am Starnberger See.

      Antworten
  • 20. März 2018 um 12:01
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    Ich war drei Jahre lang in einem Zentrum des Diamantenwegs. Mir fiel schnell auf, dass Ole Nydahl jede Veranstaltung, an der ich teilnahm, nutzte, um sich gegen den Islam zu stellen. Auch bei Treffen von Diamantlehrern war der Islam Thema. Ich fand das traurig und völlig undifferenziert. Aus diesem Grund habe ich auch das Zentrum verlassen. Mir sind das zu viele negative Einflüsse, die nichts mit Liebe und Mitgefühl zu tun haben. Der Dalai Lama hat sich zu den Religionen eindeutig geäußert und das sollte unser Vorbild sein und nicht die DBU. Der Diamantwegbuddhismus von Ole Nydahl hat eine sehr große Macht. Nicht nur in Deutschland sondern in vielen Ländern der Welt. Das wird sehr professionell im Internet verbreitet. Interessiert man sich für den Buddhismus, sind überall die Verlinkungen ganz oben. Man kommt immer wieder zu den Zentren. Es ist viel Geld da, die Zentren sind toll ausgestattet und auch das zieht viele junge intellektuelle Leute an. Ich kann sagen, ist man drin, wird genau geschaut, wer die „Fähigkeiten“ besitzt. Das ist ganz subtil und man erkennt es an kleinen Dingen. Der Kreis bleibt unter sich. Er gibt wenig Alte oder Kranke. Es gibt auch keine wohltätige Aktivitäten. Schönheit spielt eine große Rolle, denn es ist ein gutes glückliches Zeichen. Man bleibt für sich und lässt sich nicht gerne reinschauen. Jungen Leuten gefällt die junge Gemeinschaft mit Partys und einiges an Alkohol.

    Antworten
    • 20. März 2018 um 17:10
      Permalink

      Danke für Ihren Beitrag.
      Es ist sehr wichtig, dass Menschen solche Erfahrungen und Beobachtungen teilen.

      Ich erlaube mir mal ausführlicher zu „antworten“, vor allem um ein paar Punkte tiefer anzubohren und die Diskussion zu erweitern.

      1) Marketing

      Eigentlich haben die kontroversesten buddhistischen Organisationen auch das beste Marketing, ob das die NKT, Triratna, Rigpa oder eben Diamantweg ist. Es liegt mE im Missionsgedanken begründet, spiegelt aber auch die Zurückhaltung seriöserer Gemeinschaften wieder nicht an „vorderster Front“ sein zu wollen. Bei einigen seriösen Zentren mag es auch am Mangel an Engagement, Einsicht in die Notwenigkeit oder Mangel an professionellen Strukturen liegen, in jedem Fall überlassen sie das Feld weitgehend dem Diamantweg und der Neuen Kadampa Tradition, die wiederum genau wissen, wie man gutes Marketing und SEO betreibt.

      Der Diamantweg ist zudem eher „aggressiv“ mit der Aquirierung von Domains und seinem Alleinvertretungsanspruch. Soweit mir bekannt, erzählte mir Herbert Rusche, hatte die DBU den BDD aufgefordert, die Domain http://www.buddhismus.de der DBU zu übergeben. Der BDD habe sich geweigert. Dann übergab eine Gruppe um Dagyab Rinpoche die Domain http://www.dharma.de der DBU, damit sie eine bessere Domain hatten. Nun haben sie http://www.buddhismus-deutschland.de Das Phänomen der aggressiven Domain Akquise habe ich hier beschrieben: https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#Internetauftritte

      Dort steht aber nicht alles. Die Inhaberin von http://www.buddhismus-potsdam.de habe mindestens 2x einen Anruf vom BDD erhalten, ihnen doch die Domain zu übergeben. Das finde ich schon ein starkes Stück – aber eben auch sehr beschreibend: aggressiv-grenzüberschreitend, den anderen eher perplex zurücklassend und dann eigene Ziele in der Desorientierung (dem Überrumpeltsein des anderen) durchsetzen – das scheint mir ein (Erfolg bringendes) Grundmuster zu sein. (siehe auch Beispiel Immenstadt).

      Die Tatsache, dass sich der BDD die große Mehrzahl relevanter Domains / Websites mit Buddhismus usw. gesichert und man dadurch ja unweigerlich beim Diamantweg landet, wenn man sich über Buddhismus online informieren will, wäre auch eine Sache, die die DBU angehen sollte. Es wäre ein Verhandlungspunkt mit dem Diamantweg, dass sie diese Domains freigeben. In Österreich, dort ist die Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft (ÖBR) als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt – wo die DBU noch hin will – wurde beschlossen, dass keine Gruppe der ÖBR Domainnamen verwenden kann, die suggerieren, man würde eine ganze Tradition oder gar den Buddhismus vertreten. Das wurde auf der Basis buddhistischer Ethik, nämlich der Rechten Rede, die Wahrheit auszusprechen und nicht zu lügen oder zu täuschen, beschlossen. Der Diamantweg in Österreich soll die einzige Gruppe gewesen sein, die sich nicht daran hielt. Dann hat die ÖBR darauf bestanden, dann kam es zu Gerichtsverfahren und am Ende lenkte – kurz vor Ablauf eines Ultimatums zum Rausschmiss – der Diamantweg doch noch ein. (Mir liegen dazu etliche Unterlagen vor, zusammengefasst ist das hier: https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#Austria

      Die ÖBR hat das mE richtig gemacht. Der DBU fehlt soweit ich es sehe dazu leider im Moment Mut, Klarheit, Einsicht und Geradlinigkeit.

      2) Wer geht zum DW?

      Der Nydahl Schüler Burkhard Scherer beschreibt die Diamantweg-Bewegung als eine „lockere, aufgedreht-gesellige und manchmal recht hedonistisch anmutende Aufmachung des Tibetischen Buddhismus für eine vorwiegend privilegierte Gefolgschaft (= weiß, heterosexuell, körperlich ohne Behinderungen, körperlich normativ, junges bis mittleres Alter, der Mittelklasse angehörig)“

      https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#neo

      3) Intelligente Leute beim DW

      Das war für mich immer das größte Wunder. Erfolgreiche Leute aus dem Mittelstand, Anwälte, Ärzte, Journalisten etc. Es überrascht mich, weil auf inhaltlichem Niveau ist da scheinbar eher nicht besonders viel Intelligentes was angeboten wird. Hingegen findet man häufig intellektuell tief Fliegendes (2 Beispiele dazu nachfolgend – es gibt bei weitem mehr – interessantes Bsp hier). Es sind scheinbar eher Muster von identitätsstiftender Elitegruppe (mit Hang zum Stolz, Nationalismus und Herabblicken auf alles andere), fokussiert auf einen charismatischen Macho-Guru, zusammengeschweißt durch ein (mehr oder weniger) gemeinsames Feindbild (Islam, Flüchtlinge), die den Zusammenhalt zu formen scheinen. Andererseits, Ole ist authentisch im Sinne, dass er meist zu sprechen scheint, was er denkt. Für ein „verbogenes“ Mittelklasse-Publikum (Menschen, die mit political correctness erzogen wurden und immer aufpassen müssen was sie sagen) mag dieser „Mut“ eben zu sagen was man denkt, eine Art heilenden Effekt zu haben. (Gut, ist natürlich komplexer, aber nach einem Gespräch mit einer Anhängerin aus der Mittelklasse und mit guter Ausbildung erschien mir das einer der vielen Motive zu sein, die anziehend oder auch bis zu einem gewissen Grade „heilend“ wirken können.)

      3.1. Lehrinhalte Beispiel Karma:

      https://www.lama-ole-nydahl.de/fragen/?tag=karma_allgemein

      Dort heißt es: „Weil diese Sichtweise das ganze Drama rausnimmt und weil Buddha kein strafender, richtender, urteilender oder schöpfender Gott ist, ist der Buddhismus sehr entspannt auf der Ebene der Ethik.“

      Hossa, stimmt so nicht. Buddha war ziemlich klar in Bezug auf Ethik. Da kann ich endlos viele Zitate zu geben. Die Behauptung von Nydahl Buddha sei entspannt gewesen mit der Ethik, lässt sich hingegen nicht belegen! Gerade weil Handlungen Folgen haben, ist es so wichtig auf Handlungen zu achten, daher hat der Buddha Ethik sehr betont! Sie wurde wieder und wieder als die Grundlage allen spirituellen Wachstums beschrieben, aber klar, man soll auch nicht fanatisch an ihr kleben, aber eben auch nicht nachlässig sein …

      Zudem ist es subtil herabsetzend gegenüber an Gott Glaubende und erhöhend der eigenen Religion gegenüber was er da von sich gibt, finde ich: ach die Uncoolen dort, wir sind ja so viel entspannter (und besser).

      Dort heißt es auch:

      „Was für einen Körper man bekommt: Einen glück- oder einen leidbringenden.
      In was für ein Land man geboren wird: In ein furchtbares, wie es viele gibt in der dritten Welt, Afrika, Teilen von Asien, usw. oder in ein angenehmes wie in Nordeuropa oder Nordamerika.“

      Wow! Das muss man sich mal auf dem Geist zergehen lassen!
      Das ist nicht was der Buddhismus sagt. Afrika ist kein aus sich heraus „glück- oder ein leidbringendes“ Land noch Deutschland, Dänemark etc. Menschen können sehr unglücklich in dem einen oder anderen, sehr arm oder reich in dem ein oder anderen, Zugang zu Spiritualität in dem ein oder anderen Land haben. Hier ist der Dharma mit Schwarz-weiß-Bildern, Zerrbildern, wenn nicht Rassismus gefärbt.

      Diese Behauptung scheint zudem einen polarisierenden und nationalistischen Touch zu haben. Es gibt genauso in Asien oder Afrika glückbringende Menschengeburten.

      3.2. Lehrinhalte Beispiel Frauen:

      In „Fragen an den Lama« antwortet Nydahl auf die Frage »Ist der Entwicklungsweg zur Erleuchtung für Frauen und Männer gleich?“ u.a.:

      „Wenn man den gesamten Weg sieht, ist es so, dass Frauen den leichteren Einstieg haben, da die meisten Lehrer heute Männer sind. Das muss aber in Zukunft nicht mehr so sein. Heute können sich die Frauen in den Lehrer verlieben und dadurch, dass sie dann völlig auf ihn ausgerichtet sind, viel aufnehmen und sich schnell entwickeln. Männer dagegen müssen zunächst den anderen genau prüfen. Da ist immer ein bisschen Konkurrenz dabei. Daher ist es für Männer am Anfang schwieriger. Außerdem haben die Frauen aufgrund ihrer gebenden, weichen Art einen Vorteil, während Männer häufig Aggressionen zeigen und andere schützen müssen. Zu irgendeiner Zeit sind bei den Frauen allerdings immer noch ganz feine Anhaftungen geblieben – vielleicht an Mann, Kind; Familie etc. Der Mann, der immer ein bisschen Kind bleibt, immer spielerisch bleibt, kommt daher am Ende gut durch, da er besser loslassen kann.“

      http://www.lama-ole-nydahl.de/fragen/

      Wie kann denn so etwas eine halbwegs intelligente Person befriedigen?
      Wäre ’ne Fleiß-Forschung für sich, das alles zu eruieren…


      Update Mai 2018: Kleiner Nachtrag zur Differenzierung des Begriffes »Karma« sowie dessen Bedeutung und Kontext, hier Zitate von Bhikkhu Analayo https://www.facebook.com/peljortenzin/posts/1892696480991061
      https://www.facebook.com/peljortenzin/posts/1899661796961196

      Antworten
  • 25. März 2018 um 12:12
    Permalink

    Es reicht! Es reicht zwar schon lange, aber jetzt muss endlich etwas geschehen. Von den Medien wird Nydahl als Vertreter des Buddhismus wahrgenommen, auch weil seine Organisation Mitglied der DBU ist. Damit muss Schluss sein. Jedem ernsthaft praktizierenden Buddhisten (und jedem einigermaßen klar denkenden Menschen) ist bewusst, dass Nydahls Äußerungen mit buddhistischem Denken und buddhistischer Praxis absolut nichts zu tun haben. Ganz zu schweigen von dem mangelnden Respekt vor anderen Gruppen und der Tradition, wenn Hannah Nydahl in der Werbung für den als „Doku“ getarnten Propagandastreifen als „Mutter des Buddhismus“ tituliert wird.

    Antworten
    • 10. April 2018 um 00:50
      Permalink

      Hi Bernhard, die DBU reagierte nun. Siehe Abschnitt am Ende des Postes unter »Update April 2018«.

      Antworten
  • Pingback: Lama Ole Nydahl: »Nehmt ihr das Mikrofon weg!« – Kritisches Nachfragen nicht erwünscht – Buddhismus auf Abwegen

  • 21. April 2018 um 11:03
    Permalink

    Kleine Statistik vs Mythen:

    Irgendwie hat sich (wieder mal) ein (recht hartnäckiges und oft wiederholtes) Gerücht verbreitet, der Diamantweg sei der größte Beitragszahler der DBU.

    ZU DEN FAKTEN

    Die Einnahmen der DBU aus Mitgliedsbeiträgen setzen sich wie folgt zusammen:

    – 84% durch Mitgliedsbeiträge der Einzelmitglieder (Buddhistische Religionsgemeinschaft (BG))
    – 14% durch Mitgliedsbeiträge der anderen Mitgliedsgemeinschaften (abzüglich BG und BDD)
    – 2% durch Mitgliedsbeiträge des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD)

    Die Einzelmitglieder zahlen also bei weitem am meisten ein!

    Es gibt noch ’ne andere Behauptung, nämlich die, der Diamantweg stelle mehr als die Hälfte der Mitglieder der DBU.*

    Die Fakten sind:

    Mit Stand April 2018 hat die Deutsche Buddhistische Union (DBU), der größte Dachverband von Buddhisten in Deutschland, 63 Mitgliedsgemeinschaften mit insgesamt 19.330 Einzelmitgliedern. Der BDD ist eine dieser 63 Mitgliedsgemeinschaften in der DBU. Die mitgliederstärkste Gruppe in der DBU ist die »Buddhistische Religionsgemeinschaft« (BG) mit 6.240 Mitgliedern. Der Diamantweg (BDD) folgt an zweiter Stelle in der DBU mit 5.500 Mitgliedern. (Quelle: Geschäftsstelle der DBU | weitere Details 09/2017)

    Die BG stellt also 32,3% der Mitglieder in der DBU, der Diamantweg (BDD) 28,5% und die anderen Gemeinschaften stellen 7.590 Mitglieder, also 39,2%.

    Insgesamt gibt es laut REMID 270.000 Buddhisten in Deutschland. Der Diamantweg macht bei 5.500 Mitgliedern dann 2,04% der Buddhisten in Deutschland aus.

    Auch die Angabe der Anzahl der Zentren des BDD, die Jan Weber vor Gericht machte, ist übertrieben. Er behauptet „Weltweit wurden vom Antragsteller über 700 buddhistische Meditations- und Studienzentren gegründet. In Deutschland existieren hiervon rund 170.“ 170 Zentren! Wenn man der BDD Seite jedoch glauben schenkt in dem was sie darstellt, ist die Anzahl der Zentren in Deutschland in dieser Angabe Jan Webers vor Gericht um mehr als 100% übertrieben, denn es sind (nach Eigenangabe): 80 »Buddhistische Zentren« sowie 67 »Buddhistische Gruppen« und 10 »Buddhistische Kontakte.


    * Vor dem Landgericht Mannheim behauptet Jan Weber, Geschäftsführer der Buddhismus Stiftung Diamantweg und Ole Nydahls Anwalt, der Diamantweg stelle über die Hälfte der Mitglieder der DBU* (das wären >50%). Jan Weber: »Innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union e.V., des Dachverbandes der deutschen Buddhisten aller Schulrichtungen, stellt der BDD e.V., in dem die Mitglieder der vom Antragsteller gegründeten Zentren zusammengeschlossen sind, über die Hälfte der Mitglieder.«

    Antworten
  • 30. April 2018 um 14:00
    Permalink

    Gibt es igendwelche Neuigkeiten oder Entwicklungen der Mitgliederversammlung der DBU?

    Antworten
    • 30. April 2018 um 14:05
      Permalink

      Ja. Habe aber zugesagt, nichts dazu auf meinem Blogs oder Facebook zu schreiben und halte mich daran.

      Antworten
      • 30. April 2018 um 14:42
        Permalink

        Fair enough. Danke für die Info.

      • 30. April 2018 um 15:22
        Permalink

        Über die Delegierten der Gemeinschaften, die anwesend waren, kann man Infos erfragen.

  • 5. Mai 2018 um 15:43
    Permalink

    Der DBU-MV-2018 Bericht ist noch nicht online. Den könntest, würdest, du denn kommentieren ? – ( falls du dabei warst, mein ich ) – Oder ? – mfg ()

    Antworten
    • 5. Mai 2018 um 16:30
      Permalink

      Also, die Abmachung war, dass nichts von dem was bei der MV gesagt wurde justiziabel im Nachhinein gegen eine Person verwendet werden kann (einige hatten Angst frei zu sprechen was sie denken). Außerhalb der DBU MV, wer Aussagen macht, die nachweislich falsch sind, kann dafür natürlich juristisch verantwortlich gemacht werden.

      Samstagabend gab ich spontan den Diamantwegvertretern die Zusage, nichts von dem was wir da besprochen haben (an dem Abend) auf Blog oder Facebook zu kommentieren. (Notfalls frage ich noch mal die 2 Räte, die neben mir saßen an dem Abend über diese Zusage – wie weit gefasst sie sie verstanden haben.) Es gibt also mE noch Spielraum für mich zu berichten – vor allem über strukturelle und inhaltliche Problematiken, die mit der DBU selbst zu tun haben.

      Allerdings, ich würde es vorziehen, dass andere Buddhisten Zeugnis ablegen und berichten. Mit freundlichen Grüßen, t

      Antworten
  • 10. Mai 2018 um 10:24
    Permalink

    Danke ! Eine Zusage „vier Augen“- Gespräche nicht zu kommunizieren, ist natürlich korrekt. Ich warte derzeit auf den Bericht zur MV auf der DBU Website. Dass Leute allein offener Worte wegen justiziabel bedroht werden oder sich bedroht fühlen müssen, ist ein indiskutabler Umstand, und ich mag auch hoffen, dass Zusagen nicht dazu benutzt werden Intransparenz fortzuführen. Der Machtanspruch des DM wird wohl unterschätzt, obwohl er doch schon seit Jahrzehnten Verdrängungsarbeit leistet ?!

    Antworten
    • 10. Mai 2018 um 11:49
      Permalink

      Nun, es waren keine “vier Augen” Gespräche – die es allerdings auch gab, aber die sind eh vertraulich für mich.

      Es entstand gegen Samstagabend ein gewisses Maß an Offenheit und Ehrlichkeit. Diese nach außen “zu verkaufen” um Kritik zu üben, halte ich für inkorrekt.

      Der BDD schrieb ja in Antwort auf den DBU Fragenkatalog „Es gibt keine Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit, wenn man sich gegen üble Nachrede und Verleumdungen zur Wehr setzen will.“ – und in der Tat äußerten Delegierte im Vorfeld Ängste, sich bei der MV offen zu äußern. Das wurde aber durch den angenommenen Antrag – wie oben beschriebenen – aufgefangen.

      Es besteht aus meiner Sicht durchaus eine Gefahr, wenn nicht über die MV und dort zu Tage getretenen unheilsamen Machtstrukturen offen – und vielleicht auch öffentlich – diskutiert wird, dass sich unheilsame Machtstrukturen im Rat der DBU / in der Führung der DBU (wie eine ungesunde Mischung aus ungehemmter Parteilichkeit des 1. Vorsitzenden für den BDD, Fraktionszwang, Geheimhaltung, Intransparenz, Loyalitätsforderungen Seiten des BDD und aktive + aggressive Einschüchterung + Diffamierung kritischer Stimmen) im Rat der DBU fortsetzen und verfestigen.

      Positiv war, das genau diese unheilsamen Machtstrukturen sich teilweise am Freitagabend in voller Wucht manifestierten und ca 55-65 Delegierte Zeugen dieser Verwerfungen wurden. Ich fühlte mich Freitagabend in meine “Sektenzeit” in 2 buddhistischen Gruppen zurück versetzt. Ein anderer Delegierter meinte, die DBU MV war für ihn so, als wäre versucht worden, 200 Jahre Aufklärung zurückzurollen. (Diese Einschätzung basierte noch auf anderen Dingen wie das Vertreter von Organisationen die in strukturelle sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch etc involviert sind oder für die Sex zwischen Lehrer und Schüler völlig ok ist, sich als Aufklärer über Missbrauch inszenieren durften, tlw die Gelegenheit nutzend, die Geschichte ihrer Organisationen massivst schönzureden (Munisha / Triratna) während weder Zeugnisse von Opfern verlesen noch Fach-Psychologinnen gehört wurden. Dh Mittäter, Mitverantwortliche für Missbrauch, die meist völlig ohne jedes kritische Selbstgewahrsein ihrer Anteile in institutionalisiertem Missbrauch sind, “klären” die Delegierten zum Umgang mit Missbrauch auf. Ein starkes Stück!)

      Aus meiner Sicht, hat der BDD, eine von 63 Mitgliedschaften der DBU, den Rat via Gunnar Gantzhorn, via Einschüchterungstaktiken, aggressiven Verhaltensmustern, die eben schon in Klammern genannten Muster + Konsensprinzip im Griff. Dass eine Mitgliedsgemeinschaft, die nur 2% der Mitgliedsbeiträge der DBU bezahlt, sich derart stark und unkritisch mit dem 1. Vorsitzenden der DBU verbünden konnte und ungehemmt eigene Interessenpolitik zu Lasten des Buddhismus in Deutschland oder Kritiker mit mE berechtigten Anliegen betreiben kann, spricht mE Bände. Ja, diese meine Einschätzung und Wahrnehmung – die auch andere teilen – stützt auch was du hier schreibst “Der Machtanspruch des DM wird wohl unterschätzt, obwohl er doch schon seit Jahrzehnten Verdrängungsarbeit leistet ?!”

      Nicht öffentliche Diskussion ist wohl eher der Fortsetzung solch unheilsamer Muster, weiterem Schaden von spirituell Suchenden sowie des guten Rufes des Buddhismus in Dtl als auch der Einschüchterung kritischer Stimmen förderlich.

      Andererseits sollten mE einige Räte und Delegierte mitbekommen haben, das etwas grundsätzlich nicht stimmt. Die Frage ist, wie gehen sie damit um? Das selbe gilt für die Zeugen der (denkwürdigen) Ereignisse / die Delegierten. Hier haben ALLE Verantwortung.

      Der Eröffnungsabend am Freitag stand ganz unter dem Motto “Shot the Messanger” und setzte die Machtpolitik des BDD im Rat fort indem Kritiker als das Problem herausgearbeitet, diffamiert und aggressiv attackiert wurden. Das sich das so am Ende nicht durchsetzen konnte, ist wachen Delegierten zu verdanken – und einigen wenigen Räten, die dem auferlegten “Fraktionszwang” abgelegt hatten oder ablegten.

      Die problematischen Macht-Verwerfungen innerhalb der Führung der DBU wurden offenbar, ob sie konstruktiv und heilsam gelöst werden, hängt von den Räten, Delegierten und Multiplikatoren ab.

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 11:08
    Permalink

    Übel. Gab es denn wenigstens brauchbare Resultate aus Anträgen & Abstimmungen ? Nächste Wahl von Ratsmitgliedern ist ja erst ’20.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 12:00
      Permalink

      Ja. Es gab brauchbare Resultate. zB wurde die Intransparenz – bedingt durch Geheimhaltung, Fraktionszwang, Informationskontrolle [durch “an sich reißen” von Aufgaben] etc (soweit ich diese Strukturen verstehe) – etwas aufgesprengt, durch Beschluss, dass ein Delegierter der Einzelmitglieder von nun an Gasthörer bei allen Ratssitzungen ist, dass Ergebnisprotokolle mit Begründungen der Entscheidungen für Mitgliedsgemeinschaften (oder deren Delegierten?) einsehbar sind.

      Dass Ethik Charta AG und Struktur AG wieder ihre Arbeit aufnehmen inkl Ansprechpartner, wurde auch beschlossen.

      Wenn ich es richtig verstand, war der 1. Ratsvorsitzende offensichtlich der Meinung, ein Dachverband müsse keine Stellungnahmen zu wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen abgeben. Auch das wurde verworfen und die MV beschloss, dass das gemacht werden soll (sofern ich mich recht erinnere gab es dazu einen Beschluss) – auf jeden Fall wurde klar, dass Stellungnahmen zu relevanten Themen durch die DBU von den Mitgliedsgemeinschaften gewünscht sind und als nötig erachtet werden – auch wurde diskutiert wie man das machen kann etc.

      Da es im Positiven tatsächlich eine Öffnung in der Kommunikation gab, erschien es scheinbar (so meine Interpretation) Sonntag nicht nötig – oder besser wie ein Rückschritt oder unangemessenen – den Antrag darauf, dass Mitglieder sich untereinander nicht verklagen sondern zuvor miteinander sprechen oder Mediation suchen – zur Abstimmung zu bringen. Also wurde der Antrag zurückgezogen. Zu dem Zeitpunkt fand ich das auch ok. Im Nachhinein denke ich, das war keine gute Idee. Der BDD macht ja unmissverständlich in seinem Antwortschreiben an die DBU klar, dass er nicht auf gerichtliche Mittel verzichten will. Ein Einlenken, zuvor das Gespräch zu suchen, habe ich bisher nicht erkannt. Außerdem wurden gleich nach der MV schon wieder falsche Informationen (Lügen) über mich verbreitet. Dh die Drohung juristische Verfahren an den Hals zu kriegen sowie mittels Einschüchterung, Verdrehung von Tatsachen, Manipulation oder gar Lügen weiter geschädigt zu werden, steht für jeden Kritiker des BDD oder von Herrn Nydahl weiter im Raum. Wie dieses Vorgehen mit Leitbild und Satzung in Einklang zu bringen ist, sehe ich nicht.

      So, es bedarf aus meiner Sicht noch Justierungen und neuer Beschlüsse – wahrscheinlich auch Satzungsänderungen, die das temporäre Ruhenlassen von Mitgliedschaften ermöglichen – aber trotz kranker, verwirrender, sektenhafter Dynamiken, Täter-Opfer Umkehr etc., gab es auch allerhand Gutes.

      So gut wie fast alle mit denen ich nach der MV sprach oder E-Mails austauschte, hatten zu tun, diese DBU MV zu verdauen und zu verarbeiten. Auch während der MV berichteten Leute von Schlaflosigkeit etc.

      Mein Lichtblick war das Gespräch nach der MV mit ner ganz normalen nicht-buddhistischen Person. Es war ne Wohltat einfach mal nem klar denkenden Menschen zuzuhören, der nix verdreht, nicht manipuliert, einen Standpunkt hat, ohne an dem zu kleben.

      Es gab auch auf der MV solche Menschen, die klar denken und sich entsprechend klar und deutlich äußerten, mir erschienen sie aber nicht in der Mehrheit. Aber immerhin gab es sie und das freut mich sehr.

      Ich war danach dann eher ernüchtert und bezweiflte, ob die Buddhisten in der DBU wirklich die derzeitigen Probleme lösen können. Eigentlich schloss ich für mich mit “vergiss es”. Allein schon wie die Mitglieder sich von Munisha von Triratna haben täuschen lassen und ihr diese Gelegenheit zur Täuschung und Verdrehung des strukturell vorhanden Missbrauchs / sexualisierter Gewalt / Geschichte TBO gegeben wurde, empfand ich als (ekelhaftes) Trauerspiel.

      So, nun habe ich mich also doch etwas geäußert. Denke aber das ist im Rahmen der Vereinbarungen und meiner Zusage. Natürlich, alles nur meine Sicht und Erinnerung ist immer fehleranfällig. Daher, unbedingt noch andere Delegierten befragen.

      Vielleicht äußert sich aber noch die/der ein oder andere Delegierte … Korrekturen, Kontext, Kritik, Ergänzungen, Perspektivenwechsel immer willkommen …

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 11:56
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    Ps: Frage: so bezeichnet „Tantrische Verbindung“ wird doch als EINE Rechtfertigung für sex. Lehrer-Schüler- Beziehung betrachtet und. deswegen wohl auch, ohne es direkt auszusprechen, so verteidigt. Sollten sich die tibetischen Gruppen hierzu nicht einigen, was hier geht, was nicht geht ? Schliesslich ist das doch alles öffentlich. Ich meine manche Sachen stellen einfach eine Gefahr dar: Durch die öffentliche Wahrnehmung wird Rassismus, Diskriminierung von Religion eine Gefahr für Buddhisten, genau wie (sex.)“tantrische Verbindung“ so als verm. reg. Aspekt buddh. Praxis. Verstehst du was ich meine ? Freundliche Grüsse.m.a.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 12:31
      Permalink

      Beim Tantra – oder einer „tantrischen Verbindung“ – geht es ja nicht um Sex. Auch basiert die Nyingmapa Linie nicht auf Sex zwischen Lehrer und Schüler – wie auf der DBU MV behauptet wurde. Für fortgeschrittene Adeptinnen – nicht monastische – gibt es Methoden, die sexuelle Vereinigung zu nutzen, um bestimmte innere subtile Energie-Winde zu kontrollieren und im Zentralkanal / unzerstörbaren Tropfen etc aufzulösen. Da darf aber keine Körpersubstanz verloren werden. Das ist zudem enorm fortgeschrittene Praxis. Natürlich braucht man dazu dann eine/n GefährtIn, das kann jede geeignete ebenso tantrisch praktizierende Person sein, oft heiraten beide auch, leben zusammen. Die Idee man müsse mit dem eigenen Lehrer Sex haben, wenn man einer tantrischen Linie folgt, halte ich für völlig absurd.

      Beispiele und Erklärungen, die mir bisher bekannt sind, zeigen auf: solch eine Person wird durch 1) Träume, 2) Visionen, 3) guru, 4) Rituale aufgezeigt und gefunden. Alles ziemlich komplex – im Gegensatz zu dem was man hier im Westen so hört. Ich bin da auch kein Experte. Was ich dazu weiß steht grob hier https://info-buddhismus.de/Tibetischer_Buddhismus.html#_ftn40

      Dr Nida hat ein Buch herausgegeben, das er explizit den Opfern von sexualisierter Gewalt widmet. Vorwort kommt von einem Tibetologen. Wen das Thema interessiert, wird es wohl lesen müssen: https://perfumedskull.com/2018/04/01/the-yoga-of-bliss-a-foreword-to-dr-nida-chenagtsangs-new-book-on-tibetan-buddhist-sexual-yoga/

      Nach oder vor der Lektüre müsste man Wissen über Dynamiken sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch erwerben, das alles gut reflektieren und mit klar denkenden Person diskutieren etc damit überhaupt ne vernünftige Basis für ne saubere Evaluation vorhanden ist. Auch Experten (Tibeologen, renommierte buddhistische Meisterinnen und Psychologen mit Expertise sexualisierte Gewalt) sollten gehört werden.

      Das wird wohl auf die Ethik AG zukommen.

      Im Moment kommt Aufklärung eher via Presse, hier von Mechthild Klein für den Deutschlandfunk, die Prof Sobisch befragte: http://www.deutschlandfunk.de/irrtuemer-ueber-tantra-wie-kam-der-sex-in-den-buddhismus.886.de.html?dram:article_id=416860

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 18:23
    Permalink

    Sorry. Deine ausführliche Antwort von um 12 Uhr habe ich erst jetzt wahrgenommen. Danke dafür! Da es hinsichtlich der Bekundung von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung durch den DM anscheinend keinen Beschlüss und den Beschluss eines öffentliches Statements gab-das muss ich aber noch mit unserem Vorstand abgleichen- ( das „der Dachverband“ sich deutlich distanziert, halte ich für zwingend notwendig), ist der Austritt unserer Sangha warscheinlich. Das ist keine gute Lösung, aber durch Mitgliederbeiträge unterstützt man ja eine quasi unhaltbare Situation und die „Plattform DBU“ die hier benutzt wird den Interessen einer einzelnen Organisation zu dienen.
    Ps: Danke für die Link ect. Den Podcast finde ich allerdings das Gegenteil von hilfreich. Er legitimiert doch eine „Sache“ oder ‚Aspekt‘ der andererseits als Rechtfertigung dient für sexuelle Beziehung zw. Lehrern und Schülern und dem Verleugnen von Missbrauch.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 19:03
      Permalink

      Nein, es gab keinen offiziellen Beschluss oder Stellungnahme seitens der DBU Delegierten noch des Rates. Die DBU hat aber wohl ne Menge Einzelmitglieder wegen DW und Umgang DBU Rat mit den Sachen verloren. Wenn ich das recht erinnere, mehr als 100, die das wohl auch explizit begründeten. Aber das hier sind nur grob Erinnerungen. Muss genauer geprüft werden.

      In der Tat sagten danach Leute, die DBU wird sich nur ändern, wenn der gegenwärtige Kurs weh tut, finanziell durch Mitgliederaustritt. Hier muss jede Gemeinschaft bzw Einzelmitglieder genau prüfen. Dass die DBU MV mehr oder weniger „geheim“ gehalten – nicht öffentlich diskutiert – wird, erschwer das kritische Prüfen sicher. Andererseits können die Delegierten der Gemeinschaften bzw die Delegierten der Einzelmitglieder Bericht erstatten.

      In jedem Fall wünsche ich euch ne weise Entscheidung!

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 18:55
    Permalink

    Ps:1.) Das hat der Sprecher sicher nicht gewollt, spiegelt m.E. aber eine Beobachtung, dass sehr viele gar nicht informiert sind über unheilsame Tatsachen oder Vorgänge in diversen Gruppierungen in der Vergangenheit oder Jetzt (und die Art wie diese damit umgehen) – 2.) Würdest du sagen dass ein Ordinierter derzeit auf irgendeiner Ebene mit der DBU zusammenarbeiten kann ? – im Kontext massiver Diskredition und Abfälligkeit….mein.ich.

    Antworten
    • 12. Mai 2018 um 00:46
      Permalink

      1) was hat welcher Sprecher nicht gewollt? 2) sicher (Diskreditierung geht zudem nur von 2 von 11 Räten aus soweit mir bekannt)

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 12:53
    Permalink

    1.) Prof. Sobisch ( und M.Klein durch die Veröffentlichung im Dt.Funk) weckt mit seinem Ausdruck womöglich weitergehend ein spez. Interesse. 2.) ‚Schlechter Umgang‘.Oder ? Finde ich schon.

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 14:01
      Permalink

      Danke.
      1) es ist wichtig die Fakten und Kontext klar zu benennen. Das macht Prof Sobisch. Transformation von Sinnesvergnügen und sexueller Aktivität existiert nun mal im Tantra und macht auch seine spezielle Stärke als auch Gefahr aus. Man muss ein gehöriges Maß an Loslassen oder Entsagung haben um Anhaftung wirklich transformieren zu können wie es im Tantra erklärt wird. Wenn das fehlt, wird es ein Pfad um immer mehr Anhaftung zu trainieren. Deshalb wird es ja auch ein gefährlicher Pfad nur für Wesen mit höchster geistiger Kapazität genannt 2) Ja, schon schlechter Umgang, auch kranke Struktur, aber Dialog und Streben nach Veränderung (sofern fruchtreich) ist besser als „beleidigter Rückzug“ ;-)

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 15:19
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    Da hast du mich missverstanden. Lüge, Herabsetzung (Verachtung), Feindseeligkeit und Gier sind doch eben unheilsame Dhamma und ich erkenne in deiner Beschreibung der Tatumstände keinerlei Transformation (und auch nicht den Wunsch dazu).

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 16:34
      Permalink

      Ach so. Meinst du keine Transformation „in der DBU“ bzw. bestimmten Menschen in der DBU?

      Wenn ja, nun Transformation setzt Einsicht voraus und die entsteht iR nicht ad hoc und hat ihr eigenes individuelles sowie bedingtes Tempo. Da setze ich eher auf Geduld und langen Atem bzw Leute, die zu Veränderungen beitragen können.

      Die Frage ist glaube, was sich langfristig durchsetzt und das hängt wieder von jedem Einzelnen ab.

      Antworten
  • 14. Mai 2018 um 14:32
    Permalink

    Die „Transformation“ die sich anhand Selbstgewahrsein abspielt. Nenn es Satipathana. ( Zen ist im günstigsten Falle Shikantaza (& Mushutoku) denn auch Satipathana).
    Einsicht scheint ja nun so gar nicht vorzuliegen. Braucht man nicht drüber reden. Wie wäre sonst die Diskreditierung von Sangha möglich ? Systematisch aus einer Ecke heraus die auch noch den Ton angeben will…
    (Ich bitte dich: „Keine andere äussere Ursache, ihr Mönche, führt zu so grossem Unsegen wie schlechter Umgang“ A.I. 18. ) ….Aus einer Orga heraus die als „Dachverband dt. Buddhisten und BuddhistInnen“ auftritt.“Die DBU“ repräsentiert „dich“ und „mich“. Scheint aber irgendwie kaum einem aufzufallen.

    Ist noch Zeit auf indiv. Einsichten zu warten ? „Die Ecke“ blockt doch auch BuddhistInnen die sich engagieren woll(t)en und trotz x Aufforderungen lädt sie auch keine „Fachleute“ direkt eine Ethikcharta zu erarbeiten…
    Und Herr Sobisch und Frau Klein machen, bei all dem Missbrauch, währenddessen unbedarft die Öffentlichkeit aufmerksam auf etwas von dem der Dalai Lama sagt, er kenne keine/n der qualifiziert dazu wäre?! / – Das erzähl einer Narzissten. – Alles Gute.Freundliche Grüsse.m.a.

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  • 28. Mai 2018 um 20:36
    Permalink

    An die Einzelmitglieder der DBU wurde dieser Newsletter zur Mitgliederversammlung gesandt (Auszug):

    Liebe Einzelmitglieder der DBU,

    vom 27. bis 29. April fand die diesjährige Mitgliederversammlung (MV) der DBU in Immenstadt im Allgäu statt, bei der wir als neugewähltes Delegierten-Trio – Anna, Hendrik und Klaus – für eure Interessen im Einsatz waren. Unser Ziel bei dieser MV war es, das Fundament für mehr Transparenz und einem offenen ethischen Diskurs innerhalb der DBU zu schaffen. Wir freuen uns, euch berichten zu können, dass bereits einiges erreicht werden konnte.

    Hier aus unserer Sicht die wichtigsten Ereignisse auf einen Blick:

    • In den nächsten zwei Jahren nimmt eine*r eurer Delegierten als Gast bei den DBU-Ratssitzungen teil und kann von euren Anliegen und Wünschen berichten. Gleichzeitig können so Informationen schneller vom Rat an die Einzelmitglieder weitergegeben werden.
    • Die Sitzungsprotokolle des Rats werden zukünftig veröffentlicht, zudem muss der Rat zukünftig zu allen seinen Entscheidungen eine Begründung formulieren. Dies dient der Transparanz.
    • Seit mehr als 20 Jahren schwelt ein Konflikt zwischen der DBU und dem Diamantweg. Eine zentrale Rolle nehmen dabei umstrittene Äußerungen Lama Ole Nydahls ein. Vor der diesjährigen MV nun spitzte sich die Situation u. a. durch eine Reihe kritischer Presseberichte und Blogartikel zu. Der Rat sandte deshalb einen Fragenkatalog an den Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD) mit der Bitte, Stellung zu nehmen. Dieser Bitte kam der BDD nach und der Rat sandte einige Tage vor der MV den Fragenkatalog inkl. der Antworten des BDD an die Delegierten. Auf der MV kam es dann zu einer Aussprache über den Fragenkatalog, über die umstrittenen Äußerungen Nydahls und wie sich der BDD zu diesen Äußerungen stellt. Voraussetzung für diese offene Auseinandersetzung war, dass nichts, was in der Diskussion gesagt wurde, nach außen berichtet werden sollte, und dafür im Gegenzug der BDD von juristischen Angriffen gegen Diskussionsteilnehmer aufgrund von auf der MV getätigten Äußerungen absehen wird. Die Aussprache war sehr spannungsgeladen. Die BDD-Vertreter tadelten einerseits, dass sie sich in einer Art „Verhör“ wiederfinden würden, anderseits wurde konstatiert, dass die Äußerungen Nydahls missverstanden würden. Aus der Runde entgegnete man, dass es nicht um Politik gehe, sondern um Ethik. Am Ende der moderierten Diskussion konnte man jedoch einen drohenden Unterton nicht mehr überhören. Es war gut, dass diese Diskussion so offen stattfinden konnte, das Thema scheint mit dieser MV aber noch nicht endgültig zu den Akten gelegt. Gerade auch im Interesse der Einzelmitglieder, die als Mitglieder in der DBU mit einzelnen Äußerungen und der schwierigen Gesamtsituation konfrontiert werden und dann etwas verteidigen müssen, was viele nicht gutheißen. Wir als Delegierte bleiben an dem Thema dran.
    • Zum Themenkreis Missbrauch in buddhistischen Gemeinschaften berichteten verschiedene Mitgliedsgemeinschaften über ihre Erfahrungen mit Missbrauchsfällen, mit der Einführung von Schutz- und Aufklärungsmaßnahmen und mit der Gestaltung von Transformationsprozessen. Hierzu referierte auch Michael Ritman, Vorsitzender der Buddhistischen Union Niederlande. Er sprach über die Einführung eines Verhaltenskodex auf Verbandsebene.
    • Die MV entschied mit großer Mehrheit die Wideraufnahme der AG Ethik, die Vorschläge für eine Ethikcharta, ein Ombudssystem, einen Verhaltenskodex und die Einrichtung des bereits im Jahre 2011 beschlossene Ethikrats erarbeiten soll. Zusätzlich entschieden die Delegierten der MV, bereits kurzfristig Ombudspersonen zu benennen, die als Ansprechpartner für Ratsuchende im Falle von Missbrauch fungieren werden.
    • Es wurde beschlossen eine Arbeitsgruppe einzurichten, die der Mitgliederversammlung vorschlagen wird, aus welchen Anlässen, in welchem Verfahren, mit welchem Inhalt und durch wen im Namen der DBU zukünftig Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen abgegeben werden.
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    • 28. Mai 2018 um 20:55
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      Voraussetzung für diese offene Auseinandersetzung war, dass nichts, was in der Diskussion gesagt wurde, nach außen berichtet werden sollte, und dafür im Gegenzug der BDD von juristischen Angriffen gegen Diskussionsteilnehmer aufgrund von auf der MV getätigten Äußerungen absehen wird.

      Also wenn ich mich recht erinnere, stimmten wir ab, dass nichts was in der Versammlung gesagt wird, juristisch gegen die Person verwendet werden kann. Wer aber außerhalb etwas sagt, dass sich als falsch, verleumderisch usw herausstellt ist natürlich juristisch haftbar. Es gab den Vorschlag seitens Diamantweg, alles unter Vertraulichkeit zu stellen, dem widersprachen aber ein paar Leute und es dauerte eine Weile bis die Formulierung für die Selbstverpflichtung entstand, über die dann schließlich abgestimmt wurde.

      Für jemand wie mich klingeln alle Alarmglocken, wenn Aufklärung nötig ist und totale Vertraulichkeit und Nicht-Öffentlichkeit verlangt wird. Aber da war ich nicht der einzige, deshalb wurde der Vorschlag des BDD zu totaler Vertraulichkeit infrage gestellt und ein sanfterer Vorschlag gemacht und über den schließlich abgestimmt. Soweit ich mich erinnere ist der Stand:

      Wir hatten vereinbart, dass nichts was vor Ort gesagt wird juristisch gegen einen verwendet werden kann, wer aber außerhalb etwas Falsches behauptet etc. ist natürlich juristisch belangbar. Gunnar fügte hinzu, dass generell MVs eine Form der Vertraulichkeit haben.

      Lustiger Weise eruiere ich das Thema gerade, weil selbst Munisha ihren Talk auf einer „privaten“ Veranstaltung gegeben haben will – obwohl sie offiziell eingeladen war und einen öffentlichen Vortrag auf der DBU MV hielt. Ich denke hier muss unbedingt das Protokoll eingesehen werden. Die Meinungen auch in meinem Umfeld gehen hier weit auseinander. Habe schon das Protokoll bzw. den Beschluss diesbezüglich angefragt. Ist nicht unwichtig.

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      • 28. Mai 2018 um 21:01
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        PS: Und aus dem Grund, das es mE KEINE Selbstverpflichtung gab gar nix zu sagen, machte ich ja am Samstagabend spontan die Zusage an die DW Vertreter, nichts zu sagen was wir an dem Abend besprachen. Das sich öffnende Gespräch begann nämlich damit, dass Unsicherheit entstand, dass ich was sie sagen oder wir besprechen dann vom mir in der Öffentlichkeit zitiert und seziert wird. Weder die Zweifel der DWler noch meine Zusage an sie machen Sinn, wenn es eine generelle Verschwiegenheitsklausel gegeben hätte …

        Aber wie gesagt, die Meinungen gehen diesbezüglich mittlerweile weit auseinander und nun hilft nur noch das Protokoll mit den niedergeschriebenen Beschlüssen.

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